Was ist ein Bull Put Spread?
Ein Bull Put Spread kombiniert den Verkauf eines Puts mit dem Kauf eines tieferen Puts derselben Laufzeit. Der Bull Put Spread erzielt seinen Gewinn aus der vereinnahmten Prämie, solange der Kurs nicht zu stark fällt. Das Risiko ist durch den Long Put begrenzt, dafür bleibt der Gewinn auf den Nettocredit beschränkt.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Bull Put Spread verdient an Zeitverfall und einer gleichbleibenden bis moderat steigenden Aktie.
- Der Bull Put Spread bleibt profitabel, solange der Kurs am Verfall über seinem Break-even liegt.
- Der Bull Put Spread hat ein definiertes Risiko: Der Long Put begrenzt den Verlust unterhalb des unteren Strikes.
- Der Bull Put Spread bindet typischerweise die Spreadbreite abzüglich des Credits als Margin.
Die Frage, die du dir vor dem Einstieg beantworten musst: Willst du einen Credit gegen eine Verpflichtung - oder lieber einen Debit zahlen?
Das einfache Bild: du gibst ein Ankaufsversprechen und versicherst es weiter
Dein Nachbar überlegt, seinen gebrauchten Hochdruckreiniger loszuwerden; im Moment ist das Gerät rund 100 € wert. Du sagst ihm zu: Wenn er es bis Freitag abgeben will, nimmst du es ihm für 105 € ab. Für diese Zusage zahlt er dir 4 €, und zwar sofort. Weil dir das Versprechen zu groß ist, gehst du damit zum Gebrauchtwarenhändler in derselben Straße und zahlst ihm einen Teil deiner 4 €, damit er dir das Gerät im Ernstfall für 95 € abnimmt.
So sieht das am Freitag aus:
- Behält dein Nachbar das Gerät oder ist es mehr als 105 € wert, passiert nichts. Die 4 € bleiben bei dir.
- Ist es 101 € wert, nimmst du es für 105 € ab und stehst mit den 4 € in der Hand genau bei null.
- Ist es nur noch 40 € wert, zahlst du trotzdem 105 € — aber der Händler nimmt es dir für 95 € ab. Mehr als 6 € kann dich der Tag nicht kosten.
An dieser dritten Zeile hängt der ganze Spread: Die Zusage des Händlers kostet dich einen Teil deiner Einnahme und legt zugleich fest, wie schlimm der schlechteste Tag höchstens wird.
Wo das Bild endet: Der Händler springt erst bei 95 € ein. Zwischen 105 € und 95 € trägst du jeden Euro selbst — das ist genau die Strecke, auf der es weh tut. Und anders als beim Nachbarn haben deine beiden Zusagen an jedem Tag einen Preis: Du kannst das Paket jederzeit vorher auflösen, und dein Nachbar darf schon vor Freitag klingeln.
Wie funktioniert ein Bull Put Spread?
Du verdienst am Zeitverfall, solange der Kurs über dem Short Strike bleibt. Das ist der Kern des Bull Put Spread: Du verkaufst einen Put und kassierst dafür eine Prämie. Jeder Tag, der vergeht, ohne dass der Kurs deinen Short Strike bedroht, arbeitet für dich — die verkaufte Option verliert Zeitwert, und dieser Wertverlust ist dein Gewinn.
Der sekundäre Treiber ist die Richtung. Der Bull Put Spread ist positiv Delta: Steigt der Kurs, gewinnst du zusätzlich, weil beide Puts weiter aus dem Geld rutschen. Du brauchst dafür keinen starken Trend — eine seitwärts tendierende bis moderat steigende Aktie reicht völlig aus. Das ist der zweite Unterschied zu einem reinen Zeitwert-Trade wie dem Iron Condor: Hier hilft dir eine leicht bullische Meinung tatsächlich.
Auch die implizite Volatilität arbeitet mit dir, solange sie nach dem Einstieg fällt — du bist netto short Vega. Ein hoher IV-Rank beim Einstieg bedeutet mehr Prämie für dasselbe Risiko, deshalb ist er ein Kriterium und kein Nebensatz.
Gegen dich arbeitet Bewegung nach unten. Fällt der Kurs schnell und stark, verliert dein Short Put überproportional an Wert, und dein Long Put fängt den Verlust erst ab seinem Strike auf. Bis dahin bist du dem vollen Risiko der Bewegung ausgesetzt. Merk dir: Du wettest darauf, dass der Kurs nicht unter deinen Short Strike fällt — und bekommst dafür bezahlt, egal ob er steigt oder stagniert.
Wie ist ein Bull Put Spread aufgebaut?
- -1 Put @K_high
- +1 Put @K_low
Der Short Put am höheren Strike bringt dir die Prämie ein — er ist die Wette, dass der Kurs darüber bleibt. Der Long Put am niedrigeren Strike kostet dich einen kleinen Teil dieser Prämie, deckelt dafür aber deinen Verlust. Ohne ihn hättest du einen nackten Short Put: Dein Risiko würde bis zum Kurs von null reichen, minus der erhaltenen Prämie — theoretisch der volle Aktienwert.
Mit dem Long Put endet dein Risiko exakt bei der Spreadbreite abzüglich des Credits. Das ist der Tausch, den du eingehst: weniger Prämie als beim nackten Put, dafür ein Verlust, den du vor dem Einstieg genau kennst und den dein Broker entsprechend geringer mit Margin belegt.
Wie berechnet sich Gewinn und Verlust beim Bull Put Spread?
Die Beispiel-Aktie steht bei 100 €. Du gehst von einer seitwärts bis moderat steigenden Phase aus und der IV-Rank ist hoch. Du verkaufst einen Put bei 105 € und kaufst gleichzeitig einen Put bei 95 €, beide mit derselben Laufzeit.
Die Differenz zwischen den Strikes ergibt eine Spreadbreite von 10 € pro Aktie. Für die Konstruktion kassierst du einen Nettocredit von 4 € pro Aktie, also 400 € pro Kontrakt — Nettocredit heißt: Was du für den verkauften Put bekommst, minus dem, was dich der gekaufte Put kostet. Dieser Betrag landet beim Einstieg auf deinem Konto und ist zugleich dein gesamter möglicher Gewinn.
Maximaler Gewinn: 4 € pro Aktie, also 400 € pro Kontrakt — die gesamte vereinnahmte Prämie. Du erreichst ihn, wenn die Aktie am Verfall bei oder über 105 € steht. Beide Puts verfallen wertlos.
Maximaler Verlust: 6 € pro Aktie, also 600 € pro Kontrakt — die Breite des Spreads abzüglich der vereinnahmten Prämie. Du erreichst ihn, wenn die Aktie am Verfall bei oder unter 95 € steht — dort deckelt der Long Put den Verlust des Short Puts.
Break-even: 101 € — der Strike des verkauften Puts abzüglich der vereinnahmten Prämie. Solange die Aktie am Verfall über 101 € notiert, machst du Gewinn — auch wenn sie zwischenzeitlich unter deinen Einstandskurs von 100 € gefallen ist. Das ist der Unterschied zum reinen Aktienbesitz: Du brauchst keinen steigenden Kurs, nur einen, der nicht zu stark fällt.
- Mit deinen eigenen Zahlen rechnen: Credit Spread Calculator →
- Mit deinen eigenen Zahlen rechnen: Probability Of Profit Calculator →
- Mit deinen eigenen Zahlen rechnen: Iv Percentile Calculator →
Wann lohnt sich ein Bull Put Spread?
- Passende Marktphasen
- Ziel
Der Bull Put Spread gehört in Seitwärtsphasen und in einen ruhigen, moderaten Aufwärtstrend. Er ist nicht das Werkzeug für einen erwarteten starken Ausbruch nach oben — dort lässt du auf dem Tisch liegen, was ein Long Call oder ein Aktienkauf einbringen würde, ohne dass dein Gewinn gedeckelt wäre.
Beim IV-Regime will er einen hohen IV-Rank. Deine Prämie ist dein gesamter möglicher Gewinn, und bei niedriger IV bekommst du für dasselbe Risiko deutlich weniger Credit — dein Break-even rückt näher an den aktuellen Kurs, deine Gewinnzone schrumpft.
Sein Ziel ist Prämieneinnahme mit einer leicht bullischen Note. Wenn du stark bullisch bist, ist ein Long Call oder ein direkter Aktienkauf oft die ehrlichere Wette — der Bull Put Spread ist der Trade für „wahrscheinlich nicht fallend", nicht für „stark steigend".
Welche Rolle spielen die Griechen beim Bull Put Spread?
| Grieche | Vorzeichen |
|---|---|
| Delta | + |
| Gamma | - |
| Theta | + |
| Vega | - |
Delta ist positiv: Ein steigender Kurs hilft dir, ein fallender schadet dir. Gamma ist negativ — je näher der Kurs an deinen Short Strike bei 105 € rückt, desto schneller beschleunigen sich deine Verluste. Theta ist positiv, das ist dein eigentlicher Ertrag: Zeit, die vergeht, ohne dass etwas passiert, füllt dein Konto. Vega ist negativ, fallende implizite Volatilität hilft dir, steigende belastet dich. Kurzform: Du wirst für Theta und ein bisschen Delta bezahlt und trägst dafür Gamma- und Vega-Risiko auf der Abwärtsseite.
Wie wird ein Bull Put Spread gemanagt?
| Gewinnziel | 50% des Credits |
|---|---|
| Verlustgrenze | 2x Credit |
| Zeitregel | bei 21 DTE schließen |
Die Regeln vor dem Einstieg festzulegen ist kein Formalismus, sondern der Unterschied zwischen einem Trade mit Plan und einem, der zur Hoffnung wird. Ein Gewinnziel bei der Hälfte des Credits nimmt dir die letzten, unverhältnismäßig riskanten Prozent der Prämie ab. Die Zeitregel bei 21 Tagen Restlaufzeit schützt dich vor der Phase, in der Gamma stark ansteigt und kleine Kursbewegungen überproportional wehtun. Wer erst beim Verlust anfängt, über Regeln nachzudenken, trifft sie unter Stress — und Stressentscheidungen sind selten gute Entscheidungen.
Welches Assignment-Risiko und welchen Kapitalbedarf hat ein Bull Put Spread?
- Assignment-Risiko
- mittel am Short Put
- Kapitalbedarf
- mittel (= Spread-Breite minus vereinnahmte Prämie als Margin)
- Typische Laufzeit
- 30-45
- Typisches Delta
- Short 0.15-0.30
Das Assignment-Risiko liegt am Short Put und ist mittel — es steigt, je tiefer die Option ins Geld läuft und je näher der Verfall rückt. Wirst du zugeteilt, kaufst du die Aktie zum Short Strike, hier 105 €, unabhängig vom aktuellen Marktpreis. Das ist an sich kein Unglück, wenn du die Aktie ohnehin halten würdest — aber es bindet über Nacht Kapital, mit dem du gerechnet haben solltest.
Der Kapitalbedarf ist mittel: Dein Broker sperrt üblicherweise die Spreadbreite abzüglich des Credits als Margin, hier also rund 600 € pro Kontrakt, nicht den vollen Wert der zugrunde liegenden Aktie. Typische Laufzeit sind 30 bis 45 Tage, der Short Strike wird meist bei einem Delta zwischen 0,15 und 0,30 gewählt.
Was ein Bull Put Spread nicht bedeutet
- Definiertes Risiko heißt nicht kleines Risiko. Der Maximalverlust von 600 € ist anderthalbmal so groß wie der Maximalgewinn von 400 €. „Definiert" sagt nur, dass du die Zahl vorher kennst — nicht, dass sie klein ist.
- Der Long Put ist keine Absicherung ab dem ersten Euro. Er greift erst bei 95 €. Zwischen 105 € und 95 € trägst du dieselbe Bewegung wie bei einem nackten Put.
- Eine hohe Trefferquote ist noch kein Ergebnis. Wenn du in vier von fünf Fällen 400 € gewinnst und im fünften 600 € verlierst, bleibt vor Gebühren wenig übrig. Erst Trefferquote und Verhältnis zusammen ergeben ein Ergebnis.
- „Bullish" heißt hier nicht „ich glaube an die Aktie". Der Trade gewinnt auch, wenn der Kurs stehen bleibt oder leicht fällt. Er bezahlt dich nicht dafür, recht zu haben, sondern dafür, dass ein bestimmter Kurs nicht unterschritten wird.
- Zugeteilt zu werden ist kein Betriebsunfall, aber auch kein Plan. Anders als beim Cash-Secured Put willst du die Aktie hier nicht haben — sie bindet über Nacht Kapital, mit dem du gerechnet haben musst.
Welche Fehler kosten beim Bull Put Spread Geld?
Als „kleiner Cash-Secured Put" verstanden. Wer den Bull Put Spread wie einen abgespeckten Cash-Secured Put behandelt, übersieht den entscheidenden Unterschied: Der Long Put schützt erst ab seinem Strike, nicht sofort. Zwischen deinem Short Strike und deinem Long Strike trägst du das volle Risiko der Bewegung — genau wie beim nackten Put. Der Schutz beginnt erst, wenn der Kurs weiter fällt als du eigentlich erwartet hast.
Gap unter den Long-Strike — dann ist kein Ausstieg mehr möglich. Fällt die Aktie über Nacht per Kurslücke unter deinen Long-Strike, bist du bereits im maximalen Verlust, bevor der Markt wieder öffnet und du reagieren kannst. Das ist der Moment, in dem die theoretisch begrenzte Verlustobergrenze zur Realität wird — nicht schrittweise, sondern auf einen Schlag. Wer seine Positionsgröße nach dem realistischen Fall eines Gaps bemisst, statt nach dem Wunschszenario, übersteht diesen Tag ohne Kontoschaden.
Spreadbreite unterschätzt. Ein breiterer Spread bringt mehr Credit, aber auch einen proportional größeren Maximalverlust: Die Differenz zwischen Spreadbreite und Credit wächst schneller, als die meisten intuitiv annehmen. Wer nur auf die Prämienhöhe schaut und nicht auf das Verhältnis von Risiko zu Ertrag, wählt oft eine Breite, die zur eigenen Kontogröße nicht passt.
Feynman-Check: Erklär den Bull Put Spread ohne Fachwörter
Erkläre einer Person in zwei bis drei Sätzen, wofür du gerade Geld bekommen hast. Verwende dabei nicht die Wörter „Credit", „Strike", „Theta" und „Assignment".
Deine Erklärung ist vollständig, wenn sie vier Dinge enthält:
- Was hast du jemandem versprochen, und was hast du dafür sofort bekommen?
- Wofür hast du einen Teil dieses Geldes gleich wieder ausgegeben?
- Bis zu welchem Kurs geht dein Plan auf — und ab welchem Kurs steht dein schlimmster Fall fest?
- Was passiert auf der Strecke dazwischen?
Eine mögliche Erklärung lautet: „Ich habe jemandem gegen eine sofortige Zahlung zugesagt, ihm die Aktie bis zu einem Stichtag für 105 € abzunehmen. Von dieser Zahlung habe ich einen Teil dafür ausgegeben, dass mir jemand anderes die Aktie ab 95 € wieder abnimmt. Bleibt der Kurs über 101 €, behalte ich unterm Strich Geld. Fällt er unter 95 €, verliere ich 600 € — und ab dort nicht mehr."
Wenn du in deiner Erklärung sagst, der Verlust sei „durch den gekauften Put abgedeckt", liegt dort die Wissenslücke. Geh dann noch einmal zum Rechenbeispiel zurück: Abgedeckt ist erst alles unterhalb von 95 €. Die zehn Euro davor gehen vollständig auf deine Rechnung.
Fünf Fragen vor dem Einstieg
- Liegt mein Short Strike außerhalb der Bewegung, die der Markt für diese Laufzeit einpreist?
- Kann mein Konto den Maximalverlust von 600 € pro Kontrakt tragen — und wie oft in Folge?
- Was mache ich, wenn der Kurs über Nacht per Kurslücke unter beide Strikes fällt?
- Steht ein Termin mit bekanntem Kurspotenzial — Quartalszahlen, Ex-Dividende — in der Laufzeit?
- Bei welchem Gewinnanteil und bei welcher Restlaufzeit schließe ich, unabhängig davon, wie der Trade gerade aussieht?
Bull Put Spread oder Bear Call Spread: was ist der Unterschied?
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Bull Put Spread und Bear Call Spread zeigt diese datenbasierte Übersicht.
| Kriterium | Bull Put Spread | Bear Call Spread |
|---|---|---|
| Marktphase | Range, kein Trend, Kurs pendelt zwischen Marken oder Bodenbildung oder ruhiger Aufwärtsdrift | Range, kein Trend, Kurs pendelt zwischen Marken, Topbildung oder ruhiger Abwärtsdrift oder Klarer Abwärtstrend oder Crash |
| Treiber | Zeitwert | Zeitwert |
| Risiko definiert | Ja | Ja |
| Max. Gewinn | vereinnahmte Prämie | vereinnahmte Prämie |
| Max. Verlust | Spread-Breite minus vereinnahmte Prämie | Spread-Breite minus vereinnahmte Prämie |
| Kapitalbedarf | mittel (= Spread-Breite minus vereinnahmte Prämie als Margin) | mittel (= Spread-Breite minus vereinnahmte Prämie als Margin) |
| Broker-Level | 3 | 3 |
Kurz gesagt: Bull Put Spread passt, wenn die Marktphase Range, kein Trend, Kurs pendelt zwischen Marken oder Bodenbildung oder ruhiger Aufwärtsdrift ist und das Ziel Einkommen lautet; Bear Call Spread passt, wenn die Marktphase Range, kein Trend, Kurs pendelt zwischen Marken, Topbildung oder ruhiger Abwärtsdrift oder Klarer Abwärtstrend oder Crash ist und das Ziel Einkommen lautet.
Verwandte Strategien
Diese Strategien lösen ein ähnliches Problem — die Gegenposition ist die Umkehrung.
Der Bull Put Spread ist die untere Hälfte eines Short Iron Condor — kombinierst du ihn mit einem Bear Call Spread auf derselben Aktie und Laufzeit, erhältst du genau diese Strategie. Wer den Bull Put Spread einzeln verstanden hat, versteht die Hälfte des Iron Condor bereits.
Bull Put Spread verstehen ist der Anfang. Journalen macht den Unterschied.
Halte deine Bull Put Spread-Trades fest und verbinde Strategie, Sizing und Emotion mit dem tatsächlichen Ergebnis.
Kostenlos startenKeine Kreditkarte nötig • Jederzeit kündbar
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Bull Put Spread und einem Cash-Secured Put?
Der Cash-Secured Put ist ungeschützt nach unten und bindet den vollen Ausübungswert als Sicherheit. Der Bull Put Spread kauft einen zusätzlichen Put als Schutz, kassiert dafür weniger Prämie, bindet aber deutlich weniger Kapital.
Warum bekomme ich beim Bull Put Spread weniger Prämie als beim nackten Short Put?
Der Bull Put Spread gibt einen Teil der Prämie für den schützenden Long Put aus. Der Preis für ein definiertes Risiko ist immer ein kleinerer Nettocredit — das ist kein Nachteil der Strategie, sondern der Tausch, den du bewusst eingehst.
Lohnt sich ein Bull Put Spread bei niedriger impliziter Volatilität?
Ein Bull Put Spread passt bei niedrigem IV-Rank eher nicht: Der eingenommene Credit ist klein im Verhältnis zur Spreadbreite, der Break-even rückt nah an den aktuellen Kurs, und die Gewinnzone wird eng. Die Strategie ist für hohe IV-Ränge konzipiert.
Was passiert, wenn der Kurs genau zwischen meinen beiden Strikes landet?
Bei einem Bull Put Spread verfällt der Short Put im Geld und wird ausgeübt, während der Long Put wertlos verfällt. Du erhältst die Aktie zum Short Strike zugeteilt und trägst einen Teilverlust, der zwischen null und dem Maximalverlust liegt — abhängig davon, wie weit der Kurs unter deinen Short Strike gerutscht ist.
Ist der Bull Put Spread für Einsteiger geeignet?
Der Bull Put Spread hat ein definiertes Risiko, das macht ihn zugänglicher als einen nackten Put. Trotzdem solltest du zuerst einen einzelnen Cash-Secured Put verstanden haben, bevor du zwei Legs gleichzeitig managest — Rollen, Assignment und die Interaktion beider Strikes sind für einen ersten Trade viel auf einmal.
Weiter geht's im tabellarischen Überblick aller Optionsstrategien oder im Marktphasen-Finder.
Quellen
Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.