Was ist ein Long Put Diagonal?
Ein Long Put Diagonal kauft einen langlaufenden Put tief im Geld und verkauft dagegen einen kurzlaufenden Put mit niedrigerem Strike. Der lange Put trägt die bärische Richtung, der kurze bringt laufende Prämie. Das Ergebnis ist pfadabhängig und lässt sich nur simulieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Der lange Put ist der Aktienersatz, der kurze Put ist die laufende Einnahme.
- Der Volatility Skew arbeitet hier gegen die Konstruktion, anders als beim Call-Pendant.
- Der Verlust ist ungefähr der gezahlte Debit — ohne frühes Assignment.
- Break-even und Maximalgewinn gibt es nur per Simulation, nicht als Formel.
Die Frage, die du dir vor dem Einstieg beantworten musst: Rechtfertigt der Skew überhaupt eine Put-Diagonale statt eines Bear Put Spreads?
Das einfache Bild: ein langer Winterdienstvertrag, von dem du kurze Stücke weiterverkaufst
Stell dir vor, du kaufst für neun Monate einen Winterdienstvertrag: Sobald mehr als ein wenig Schnee liegt, kommt jemand und räumt deine Einfahrt. Der Vertrag springt leicht an und ist deshalb teuer — er ist deine eigentliche Position.
Um ihn mitzufinanzieren, verkaufst du deinem Nachbarn einen eigenen kleinen Vertrag: fünf Wochen lang, und nur für den Fall, dass richtig viel Schnee fällt. Dann musst du bei ihm räumen.
- Jede schneefreie Woche schrumpft der Vertrag deines Nachbarn ein Stück. Nach fünf Wochen ist er vollständig aufgebraucht, dein eigener Vertrag hat dann noch acht Monate.
- Die beiden Verträge springen bei unterschiedlichen Schneehöhen an. Genau dieser Versatz ist der Grund, warum du bei mäßigem Schneefall verdienst und bei extremem nicht mehr dazuverdienst.
- Der unangenehme Teil: Für einen Blizzard-Vertrag zahlt dir dein Nachbar wenig, weil ein Blizzard selten ist. Für deinen eigenen, leicht auslösenden Vertrag hast du viel gezahlt. Du bekommst also wenig und gibst viel aus — und genau das ist bei dieser Strategie das strukturelle Problem.
Wo das Bild endet: Kommt der Blizzard, räumst du nicht nur — bei der Optionsvariante nimmst du deinem Nachbarn 100 Aktien ab und bezahlst sie voll. Außerdem altert dein eigener langer Vertrag, und was er heute noch wert wäre, hängt nicht nur von den vergangenen Wochen ab, sondern auch davon, wie schneereich der restliche Winter gerade eingeschätzt wird.
Wie funktioniert ein Long Put Diagonal?
Der Put Diagonal verdient am Zeitwertverfall der verkauften kurzen Puts, während der lange Put die Richtung trägt. Es ist dieselbe Idee wie beim Long Call Diagonal, nur nach unten gedreht: Der lange, tief im Geld liegende Put ersetzt eine Short-Position in der Aktie, und gegen ihn verkaufst du Monat für Monat einen kurzlaufenden Put weiter unten.
Der zweite Treiber ist die Richtung. Der lange Put hat ein Delta von 0,75 bis 0,90 und bewegt sich damit fast wie eine Aktien-Shortposition — nur mit einem Bruchteil des Kapitals und mit einem Verlust, der beim gezahlten Debit endet.
Gegen dich arbeitet Bewegung, vor allem nach oben, und der Kursweg. Wie jede Position mit zwei Laufzeiten ist die Put-Diagonale pfadabhängig: Es zählt nicht nur, wo der Kurs am Ende steht, sondern wann er dort ankommt und wie sich die implizite Volatilität dabei entwickelt.
Und dann ist da noch der Punkt, den die Datenbasis als einzigen typischen Fehler nennt und der eigentlich eine Warnung vor der Strategie selbst ist: der Skew.
Wenn du dir eine Sache merken willst: Diese Konstruktion funktioniert mechanisch wie ihr Call-Pendant, aber sie wird anders bepreist — und meistens schlechter.
Wie ist ein Long Put Diagonal aufgebaut?
Zwei Legs, zwei Strikes, zwei Laufzeiten:
- +1 Put @K_high (ferner Verfall, tief ITM)
- -1 Put @K_low (naher Verfall, OTM)
Der lange Put liegt über dem aktuellen Kurs, tief im Geld, mit einer Laufzeit von 180 bis 365 Tagen. Er ist dein Stellvertreter für eine Short-Position in der Aktie. Der kurze Put liegt unter dem Kurs, aus dem Geld, mit 30 bis 45 Tagen Laufzeit und einem Delta von 0,20 bis 0,30 — er ist die Einnahme, die du monatlich neu erzeugst.
Die Konstruktion ist ein Nettodebit, und dieser Debit ist ungefähr dein maximales Risiko. "Ungefähr", weil der lange Put am Ende noch einen Restwert hat, der sich vorher nicht exakt bestimmen lässt.
Warum der Skew hier gegen dich arbeitet
Der Skew beschreibt, dass Optionen mit niedrigeren Strikes typischerweise mit höherer impliziter Volatilität bepreist werden als solche am Geld — Abwärtsschutz ist teurer, weil er stärker gefragt ist.
Für eine Call-Diagonale ist das gleichgültig oder sogar hilfreich. Für die Put-Variante ist es ein struktureller Nachteil, und zwar in beiden Legs gleichzeitig:
- Der lange Put liegt über dem Kurs, also relativ nah am Geld — dort ist die IV niedriger, aber du kaufst ohnehin viel innerer Wert, und der Zeitwertanteil ist teuer, weil die Laufzeit lang ist.
- Der kurze Put liegt unter dem Kurs, also im steilen Teil des Skews — dort ist die IV höher, was zunächst gut klingt. Nur ist ein Put mit 0,25 Delta absolut billig, sodass die höhere IV wenig Prämie in Euro erzeugt.
Unterm Strich zahlst du für den langen Put relativ viel und bekommst für den kurzen relativ wenig. Genau das meint die Datenbasis mit ihrer Kernfrage: Rechtfertigt der Skew überhaupt eine Put-Diagonale statt eines einfachen Bear Put Spreads?
Diese Frage vor dem Einstieg zu stellen, ist bei dieser Strategie kein optionaler Schritt. Sie ist die einzige in dieser Academy, deren eigene Datenbasis eine Alternative nahelegt.
Warum es hier kein klassisches Payoff-Diagramm gibt
Die beiden Legs verfallen an verschiedenen Tagen. Wenn der kurze Put ausläuft, hat der lange noch Monate vor sich, und sein Wert an diesem Tag hängt von Restlaufzeit, Kurs und der dann herrschenden impliziten Volatilität ab. Die Datenbasis nennt deshalb für Maximalgewinn und Break-even ausdrücklich "nur per Simulation".
Die Beispiel-Aktie steht bei 100 €. Der lange Put läuft 9 Monate mit Strike 110 €, der kurze Put 5 Wochen mit Strike 95 €.
| Kurs beim Verfall des kurzen Puts | Kurzer Put (95 €, 5 Wochen) | Langer Put (110 €, ursprünglich 9 Monate) |
|---|---|---|
| 110 € | verfällt wertlos, Prämie bleibt bei dir | kaum noch innerer Wert, nur Restzeitwert — die Position hat deutlich verloren |
| 95 € | verfällt wertlos oder knapp im Geld, meist unproblematisch | deutlich innerer Wert plus Restzeitwert — der günstige Fall |
| 80 € | tief im Geld, Assignment-Risiko, muss geschlossen oder gerollt werden | viel innerer Wert — der kurze Put begrenzt aber, was du vom Rückgang behältst |
Modellannahme, keine Rechnung: Die rechte Spalte enthält bewusst keine Euro-Beträge. Wie viel Zeitwert dem langen Put zu diesem Zeitpunkt bleibt, hängt von der IV und dem genauen Kursweg ab — das lässt sich simulieren, nicht mit einer Formel berechnen.
Wann lohnt sich ein Long Put Diagonal?
Der Put Diagonal gehört in eine moderate Abwärtsphase oder eine Seitwärtsphase mit bärischer Grundhaltung. Bei einem scharfen Absturz begrenzt der verkaufte kurze Put deinen Gewinn; bei einem Anstieg trägt der lange Put den vollen Wertverlust.
Beim Volatilitätsregime bevorzugt er niedrige bis mittlere implizite Volatilität, weil das lange Leg viele Monate Zeitwert kauft und der bei hoher IV teuer ist. In der Praxis fällt diese Bedingung mit einem ungünstigen Skew zusammen: Genau in ruhigen Märkten, in denen das lange Leg bezahlbar wäre, bringt das kurze wenig ein.
Seine Ziele sind Spekulation und Absicherung. Als Absicherung eines Aktienportfolios ist er dabei eine ernsthafte Option — dort ersetzt der lange Put nicht eine Short-Position, sondern schützt einen Bestand, und die verkauften kurzen Puts senken die laufenden Kosten dieses Schutzes.
- Passende Marktphasen
Welche Rolle spielen die Griechen beim Long Put Diagonal?
| Grieche | Vorzeichen |
|---|---|
| Delta | - |
| Gamma | ~ |
| Theta | + |
| Vega | + |
Kurzform: negatives Delta, Gamma nahe null, positives Theta, positives Vega. Das positive Theta ist die Besonderheit: Obwohl du netto zahlst, arbeitet die Zeit für dich, weil der verkaufte kurze Put schneller verfällt als der gekaufte lange. Das positive Vega bedeutet, dass ein Volatilitätsanstieg der Position hilft — und Volatilitätsanstiege fallen typischerweise mit fallenden Kursen zusammen, also mit dem Szenario, auf das du ohnehin setzt.
Wie wird ein Long Put Diagonal gemanagt?
| Gewinnziel | Short Leg bei 50% rollen |
|---|---|
| Verlustgrenze | 50% des Debits |
| Zeitregel | monatlich rollen |
Der Kern des Managements ist das monatliche Rollen des kurzen Legs. Bei 50 Prozent des vereinnahmten Werts wird zurückgekauft und in die nächste Laufzeit verkauft — das ist die laufende Einnahme, um derentwillen die Konstruktion überhaupt existiert.
Zwei Dinge gehören dabei geprüft. Erstens: Bringt der neue kurze Put genug ein, um den Aufwand und die Geld-Brief-Spanne zu rechtfertigen? Bei ungünstigem Skew lautet die Antwort oft nein, und dann ist die Position in Wahrheit ein teurer langer Put. Zweitens: Steht der lange Put noch für die These, die du hattest? Ein langes Leg mit Restlaufzeit ist kein Selbstläufer, sondern eine Position, die selbst Zeitwert verliert.
Welches Assignment-Risiko und welchen Kapitalbedarf hat ein Long Put Diagonal?
Das Assignment-Risiko ist mittel und liegt am kurzen Short Put. Wird er vorzeitig ausgeübt, landen 100 Aktien im Depot, für die der volle Kaufpreis fällig wird — bei einem Strike von 95 € sind das 9.500 €. Der lange Put bleibt bestehen und sichert diese Aktien ab, aber die Position bindet ab diesem Moment ein Vielfaches des ursprünglichen Debits. Bei Puts steigt die Wahrscheinlichkeit vorzeitiger Ausübung, sobald das kurze Leg tief im Geld liegt und kaum noch Zeitwert enthält.
Der Kapitalbedarf ist niedrig bis mittel und entspricht im Normalfall dem gezahlten Debit. Weil der lange Put tief im Geld gekauft wird, liegt dieser Debit allerdings deutlich über dem einer Calendar-Konstruktion — er enthält den inneren Wert mit.
- Assignment-Risiko
- mittel am nahen Short Put
- Kapitalbedarf
- niedrig bis mittel
- Typische Laufzeit
- langes Leg 180-365, kurzes Leg 30-45
- Typisches Delta
- lang 0.75-0.90, kurz 0.20-0.30
Was ein Long Put Diagonal nicht bedeutet
- Er ist keine reine Zeitwette. Du bist netto long Volatilität. Sinkt die erwartete Schwankungsbreite in der langen Laufzeit, verliert der lange Put mehr, als die verkauften kurzen Puts in derselben Zeit einbringen — das Ergebnis kippt, ohne dass sich der Kurs bewegt hat.
- Er ist kein Ersatz für eine Aktien-Shortposition. Der lange Put hat ein Ablaufdatum, eine Shortposition nicht. Bleibt der Kurs stehen, verliert der Put trotzdem Zeitwert.
- Der Verlust ist zwar begrenzt, aber der Kapitalbedarf ist es nicht. Ohne Zuteilung endet der Verlust beim Debit. Nach einer Zuteilung liegen 100 Aktien im Depot, für die 9.500 € fällig werden — ein Vielfaches des Einsatzes.
- Der Skew macht die Konstruktion nicht teurer, sondern den Ertrag kleiner. Du zahlst für das lange Leg relativ viel und bekommst für das kurze relativ wenig. Das ist kein Nachteil, der sich „aussitzen" lässt — er steht schon beim Einstieg fest.
- Als Portfolio-Absicherung ist er kein voller Schutz. Der lange Put schützt, der verkaufte kurze Put hebt einen Teil dieses Schutzes wieder auf — und zwar genau unterhalb seines Strikes, also im scharfen Rückgang.
Welche Fehler kosten beim Long Put Diagonal Geld?
Den Skew nicht geprüft. Der einzige typische Fehler, den die Datenbasis für diese Strategie nennt, und er ist ein Preisfehler, kein Handelsfehler. Vergleiche vor dem Einstieg, was ein einfacher Bear Put Spread mit ähnlicher These kostet. Wenn die Diagonale nicht deutlich besser dasteht, gibt es keinen Grund für die zusätzliche Komplexität.
Das Payoff-Diagramm als Endzustand gelesen. Wie bei jeder Position mit zwei Laufzeiten zeigt die Kurve einen Zwischenstand zum Verfall des kurzen Legs, keinen Verfallswert. Sie beruht auf einer angenommenen impliziten Volatilität.
Das kurze Leg gerollt, obwohl es sich nicht lohnt. Wenn der neue kurze Put nur 0,25 € einbringt und die Ausführung 0,05 € kostet, ist das Rollen ein Ritual mit negativem Erwartungswert. Die Prämie muss den Aufwand tragen, nicht umgekehrt.
Kein Plan für ein frühes Assignment. Ein Einsatz im dreistelligen Bereich und eine Zuteilung im fünfstelligen ist bei dieser Strategie kein Extremfall, sondern eine reguläre Möglichkeit. Kläre vorher, ob dein Konto sie trägt.
Feynman-Check: Erklär den Long Put Diagonal ohne Fachwörter
Erkläre einer Person in drei Sätzen, was du gerade machst. Verwende dabei nicht die Wörter „Skew", „Delta", „Theta" und „implizite Volatilität".
Deine Erklärung ist vollständig, wenn sie vier Dinge enthält:
- Was hast du gekauft, und wovon profitiert es?
- Was verkaufst du regelmäßig dagegen, und auf welchem Niveau?
- Warum liegen die beiden Niveaus nicht auf derselben Höhe?
- Was passiert mit dir, wenn der Kurs unter das untere Niveau fällt?
Eine mögliche Erklärung lautet: „Ich habe mir für neun Monate das Recht gekauft, eine Aktie zu einem hohen festen Preis abzugeben. Dieses Recht wird mehr wert, wenn der Kurs fällt. Um es mitzufinanzieren, verkaufe ich jemandem für fünf Wochen das Recht, mir dieselbe Aktie zu einem deutlich niedrigeren Preis anzudrehen — dafür bekomme ich regelmäßig eine kleine Summe. Fällt der Kurs unter dieses niedrigere Niveau, muss ich die Aktien tatsächlich kaufen und bezahlen."
Wenn du in deiner Erklärung sagst, das kurze Leg mache den Trade „günstiger", liegt genau dort die Wissenslücke. Geh dann noch einmal zum Abschnitt über den Skew zurück: Ein Put mit 0,25 Delta ist absolut billig, die kleine Einnahme senkt die Kosten des langen Legs also nur wenig — und die Frage, ob ein einfacher Bear Put Spread nicht das bessere Instrument wäre, bleibt.
Fünf Fragen vor dem Einstieg
- Was kostet ein Bear Put Spread mit derselben These — und ist die Diagonale wirklich besser?
- Wie viel bringt der kurze Put in Euro ein, und wie viel davon frisst die Geld-Brief-Spanne?
- Kann mein Konto 9.500 € tragen, wenn das kurze Leg über Nacht ausgeübt wird?
- Wie viel Zeitwert habe ich im langen Put bezahlt, und über wie viele Rollzyklen muss er sich amortisieren?
- Sichere ich hier einen Bestand ab oder spekuliere ich auf fallende Kurse — und passt die Konstruktion zu dieser Antwort?
Long Put Diagonal oder Long Call Diagonal: was ist der Unterschied?
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Long Put Diagonal und Long Call Diagonal zeigt diese datenbasierte Übersicht.
| Kriterium | Long Put Diagonal | Long Call Diagonal |
|---|---|---|
| Marktphase | Topbildung oder ruhiger Abwärtsdrift oder Range, kein Trend, Kurs pendelt zwischen Marken | Bodenbildung oder ruhiger Aufwärtsdrift oder Range, kein Trend, Kurs pendelt zwischen Marken |
| Treiber | Zeitwert | Zeitwert |
| Risiko definiert | Ja | Ja |
| Max. Gewinn | nur per Simulation | nur per Simulation - abhängig von Restwert des langen Calls |
| Max. Verlust | ca. bezahlte Prämie | ca. bezahlte Prämie |
| Kapitalbedarf | niedrig bis mittel | niedrig bis mittel (= Debit) |
| Broker-Level | 3 | 3 |
Kurz gesagt: Long Put Diagonal passt, wenn die Marktphase Topbildung oder ruhiger Abwärtsdrift oder Range, kein Trend, Kurs pendelt zwischen Marken ist und das Ziel Spekulation oder Absicherung lautet; Long Call Diagonal passt, wenn die Marktphase Bodenbildung oder ruhiger Aufwärtsdrift oder Range, kein Trend, Kurs pendelt zwischen Marken ist und das Ziel Einkommen oder Spekulation lautet.
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Häufige Fragen
Warum macht der Put-Skew diese Strategie oft unattraktiv?
Weil er genau in die falsche Richtung wirkt. Der Skew verteuert Puts weiter unten in der Optionskette relativ zu denen am Geld. Du kaufst den langen Put tief im Geld und verkaufst den kurzen weiter unten aus dem Geld — du zahlst also relativ viel und bekommst relativ wenig. Beim Call-Pendant ist es umgekehrt.
Was ist der Unterschied zum Bear Put Spread?
Der Bear Put Spread hat eine Laufzeit und ein festes Verfallsergebnis. Die Put-Diagonale hat zwei Laufzeiten, ist pfadabhängig und lässt sich nur simulieren. Sie erlaubt dafür, das kurze Leg mehrfach neu zu verkaufen — wenn der Skew das überhaupt lohnend macht.
Warum gibt es hier keine Break-even-Formel?
Weil die beiden Legs an verschiedenen Tagen verfallen. Wenn der kurze Put ausläuft, hat der lange noch Monate Restlaufzeit, und sein Wert hängt von der impliziten Volatilität und dem Kursweg ab. Die Datenbasis nennt für Maximalgewinn und Break-even ausdrücklich nur Simulation.
Wie tief im Geld sollte der lange Put liegen?
Die Datenbasis nennt 0,75 bis 0,90 Delta als typisch. Je höher das Delta, desto stärker verhält sich der lange Put wie eine Short-Position in der Aktie — und desto mehr Prämie kostet er. Der Kompromiss ist derselbe wie beim Call-Pendant, nur mit ungünstigerem Preisgefüge.
Was passiert bei einem frühen Assignment des kurzen Puts?
Dann landen 100 Aktien im Depot, die bezahlt werden müssen. Der lange Put bleibt bestehen und sichert sie ab, aber die Position ist ab diesem Moment eine andere und bindet ein Vielfaches des ursprünglichen Debits. Bei Puts steigt die Wahrscheinlichkeit, sobald das kurze Leg tief im Geld liegt.
Weiter geht's im tabellarischen Überblick aller Optionsstrategien oder im Marktphasen-Finder.
Quellen
Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.