Was ist Vega bei Optionen?
Was macht Vega mit deiner Position?
Vega beschreibt, wie stark der Optionswert auf eine Veränderung der impliziten Volatilität reagiert. Long-Vega-Positionen gewinnen grundsätzlich bei steigender IV, Short-Vega-Positionen bei fallender IV. Bei mehreren Legs zählt das Netto-Vega. Deshalb kann eine Position trotz unverändertem Kurs an Wert verlieren oder gewinnen.
Was Vega misst
Vega beziffert, wie stark sich der Optionspreis ändert, wenn die implizite Volatilität um einen Prozentpunkt steigt. Ein Vega von 0,08 bedeutet acht Cent pro Aktie und damit rund acht Euro pro Kontrakt. Gekaufte Optionen tragen positives Vega, verkaufte negatives. Streng genommen ist Vega kein griechischer Buchstabe, sondern nur im Sprachgebrauch zu den Greeks gezählt.
Angegeben wird Vega je Prozentpunkt IV. Springt die implizite Volatilität von 25 auf 32 Prozent, ist der rechnerische Effekt sieben mal Vega — solange die Bewegung klein genug bleibt, dass die Kennzahl selbst noch gilt. Bei großen Sprüngen ist auch Vega nur eine Näherung.
Wo Vega groß ist
Vega ist am größten bei Optionen am Geld und wächst mit der Restlaufzeit: Eine Option mit einem Jahr Laufzeit reagiert deutlich stärker auf eine Volatilitätsänderung als eine mit einer Woche. Deshalb tragen Kalender- und Diagonalstrategien ihr Volatilitätsrisiko überwiegend im hinteren Leg, während sehr kurzlaufende Positionen fast nur von Kurs und Zeit getrieben werden.
Beim Netto-Vega einer mehrbeinigen Position kommt es deshalb auf die Laufzeiten an, nicht nur auf Kauf und Verkauf. Ein Kalender-Spread ist netto long Vega, obwohl er ein Leg verkauft, weil das gekaufte Leg mit der längeren Laufzeit das größere Vega trägt.
Der häufigste Denkfehler
Vega erklärt, warum eine Position verlieren kann, obwohl die Kursthese gestimmt hat. Wer vor Quartalszahlen Optionen kauft, bezahlt eine erhöhte IV; fällt sie danach zurück, kann der Volatility Crush den Gewinn aus der Bewegung übersteigen. Umgekehrt trifft ein Volatilitätsanstieg jede Short-Vega-Position, auch bei völlig unverändertem Kurs.
Strategien, in denen der Begriff zählt
- Short Iron Condor — Ist die erwartete Range wirklich enger als die vom Markt eingepreiste Bewegung?
- Long Straddle — Muss die Bewegung größer sein als die vom Markt bereits eingepreiste?
Verwandte Begriffe
Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.
Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.