Was bedeutet Assignment bei Optionen?
Wann wird eine Short-Option zugeteilt?
Assignment bedeutet, dass der Inhaber einer Option sein Ausübungsrecht nutzt und die Gegenpartei zugeteilt wird. Bei einer Short-Option kann daraus eine Aktienposition oder eine Lieferung entstehen. Das Risiko hängt von Optionstyp, Laufzeit, Moneyness und Ereignissen wie Dividenden ab. Ein Managementplan muss die mögliche Zuteilung vorab berücksichtigen.
Wie eine Zuteilung abläuft
Übt der Inhaber einer Option sein Recht aus, meldet sein Broker die Ausübung an die Clearingstelle. Diese weist die Ausübung einem Broker mit offenen Short-Positionen derselben Serie zu, der sie nach einem veröffentlichten Verfahren — Zufall oder zeitliche Reihenfolge — an ein Konto weitergibt. Erzwingen oder verhindern lässt sich eine Zuteilung deshalb nicht.
Für dich heißt das: Die Meldung kommt nachträglich, meist vor Handelsbeginn des Folgetags. Ob du die entstandene Aktienposition hältst, absicherst oder schließt, entscheidest du also immer nach dem Ereignis, nie davor.
Wann sie wahrscheinlicher wird
Vorzeitige Zuteilungen betreffen nur amerikanisch ausübbare Optionen und konzentrieren sich auf wenige Konstellationen: Short Calls im Geld unmittelbar vor dem Ex-Dividenden-Tag, tief im Geld liegende Short Puts, und alles, was am Verfall im Geld steht und automatisch ausgeübt wird. Je weniger Zeitwert in der Option steckt, desto eher lohnt die Ausübung für die Gegenseite.
Bei Spreads verschwindet mit dem zugeteilten Leg auch dessen Deckung. Das lange Gegenstück bleibt bestehen und begrenzt weiterhin, was das Risiko wert ist, aber die Position ist über Nacht keine reine Optionsposition mehr, und die Kapitalanforderung ändert sich entsprechend.
Was danach im Depot liegt
Nach der Zuteilung hältst du eine Aktienposition: long bei einem zugeteilten Short Put, short bei einem zugeteilten Short Call ohne Deckung. Beides bindet Kapital und trägt über Nacht das volle Aktienrisiko, unabhängig davon, wie definiert der ursprüngliche Spread war. Ein Managementplan muss diesen Fall vorher beschreiben, nicht am Morgen danach.
Strategien, in denen der Begriff zählt
- Cash-Secured Put — Wäre der Strike auch nach einem 30%-Absturz noch ein Preis, den du zahlen willst?
- Covered Call — Bist du bereit, die Aktien beim Call-Strike abzugeben - auch wenn sie danach weiterlaufen?
- Wheel — Würdest du diese Aktie auch ohne Optionsprämie kaufen und halten?
Verwandte Begriffe
Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.
Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.