Was ist Theta bei Optionen?
Wie schnell verliert eine Option ihren Zeitwert?
Theta beschreibt den Zeitwertverlust einer Option, wenn andere Einflussgrößen unverändert bleiben. Für verkaufte Optionen arbeitet dieser Verfall grundsätzlich zugunsten der Position, für gekaufte dagegen dagegen. Theta ist kein sicherer Tagesgewinn: Kursbewegung, Volatilität und die konkrete Preisstruktur können den Effekt überlagern.
Was Theta beziffert
Theta gibt an, wie viel Wert eine Option an einem Tag verliert, wenn Kurs, Volatilität und Zinsen unverändert bleiben. Ein Theta von minus 0,05 bedeutet rechnerisch fünf Cent pro Aktie, also rund fünf Euro pro Kontrakt. Für gekaufte Optionen ist Theta negativ, für verkaufte positiv. Betroffen ist ausschließlich der Zeitwert; der innere Wert verfällt nicht.
Ausgewiesen wird Theta meist pro Kalendertag, nicht pro Handelstag. Über ein Wochenende fällt der Zeitwert von drei Tagen an, ohne dass gehandelt wurde — sichtbar wird das oft erst in der Bewertung am Montag, und auch nur, wenn sich sonst nichts verändert hat.
Warum der Verfall nicht gleichmäßig läuft
Bei Optionen am Geld beschleunigt sich der Zeitwertverfall zum Verfallstag hin deutlich, weil dem verbleibenden Zeitwert immer weniger Zeit bleibt, sich in Bewegung zu verwandeln. Weit aus dem Geld liegende Optionen verlieren gleichmäßiger, aber von einem viel kleineren Betrag aus. Die Wahl der Restlaufzeit ist damit eine Entscheidung über Tempo, nicht nur über die Höhe der Prämie.
Das ist auch der Grund, warum ein Theta-Wert allein keine Strategien vergleichbar macht. Zwei Positionen mit identischem Theta können völlig unterschiedliche Gamma- und Vega-Profile haben — und damit ganz unterschiedliche Wege, den vermeintlich sicheren Zeitwertertrag wieder zu verlieren.
Der häufigste Denkfehler
Theta ist kein täglicher Ertrag, der sich einfach ansammelt. Es ist eine Momentaufnahme unter der Annahme, dass sich sonst nichts ändert — und die trifft selten zu. Eine steigende implizite Volatilität kann den Zeitwertverfall mehrerer Tage in Minuten aufheben, eine Kursbewegung gegen die Position erst recht.
Strategien, in denen der Begriff zählt
- Cash-Secured Put — Wäre der Strike auch nach einem 30%-Absturz noch ein Preis, den du zahlen willst?
- Covered Call — Bist du bereit, die Aktien beim Call-Strike abzugeben - auch wenn sie danach weiterlaufen?
- Long Straddle — Muss die Bewegung größer sein als die vom Markt bereits eingepreiste?
Verwandte Begriffe
Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.
Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.