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Long Strangle

Long Strangle — auf eine große Bewegung setzen, billiger als der Straddle

Aktualisiert: 31.8.2026
Adrian Rinnus
Payoff-Diagramm: Long StrangleDer schematische Payoff-Verlauf von Long Strangle zeigt unbegrenzten Gewinn, begrenzten Verlust und 2 Break-even-Punkte in den Gewinn- und Verlustzonen an den Strikes Kp, Kc; die Break-even-Formel lautet Kp - D und Kc + D.
Der schematische Payoff-Verlauf von Long Strangle zeigt unbegrenzten Gewinn, begrenzten Verlust und 2 Break-even-Punkte in den Gewinn- und Verlustzonen an den Strikes Kp, Kc; die Break-even-Formel lautet Kp - D und Kc + D.

BewegungDu verdienst an der Größe der Bewegung. Sie muss größer sein als beim Straddle.

Marktrichtung
Richtungsneutral, sehr große Bewegung
Marktphase
Ausbruch unklar
IV-Regime
Niedrig
Beim Einstieg
Du bezahlst Prämie (Debit)
Max. Gewinn
Theoretisch unbegrenzt
Max. Verlust
bezahlte Prämie definiert
Break-even
Put-Strike minus bezahlte Prämie und Call-Strike plus bezahlte Prämie
Kapitalbedarf
niedrig (= Debit)
Assignment-Risiko
keines
Broker-Level
2
Erfahrung
Fortgeschritten
Formeln
unbegrenzt nach oben, Kp - D nach unten / D / Kp - D / Kc + D
Profitzone
S_T < Kp - D oder S_T > Kc + D
Typische Laufzeit
45-90 Tage
Typisches Delta
beide 0.15-0.30
Legs
2

Notation: K = Strike, Kp = Put-Strike, Kc = Call-Strike, K_low = niedrigerer Strike, K_high = höherer Strike, S0 = Einstandskurs der Aktie, S_T = Kurs am Verfall, D = bezahlter Nettodebit, C = vereinnahmter Nettocredit, W = Breite des Spreads (K_high - K_low)

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Was ist ein Long Strangle?

Ein Long Strangle kauft einen Call und einen Put derselben Laufzeit mit unterschiedlichen Strikes, beide aus dem Geld. Der Long Strangle gewinnt bei einer großen Bewegung in beliebige Richtung. Der Verlust ist auf den gezahlten Debit begrenzt und tritt ein, wenn der Kurs zwischen den Strikes bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

    • Der Long Strangle verdient an der Größe der Bewegung, nicht an ihrer Richtung.
    • Der maximale Verlust ist der gezahlte Debit — erreicht zwischen den beiden Strikes.
    • Es gibt zwei Break-evens, und sie liegen weiter auseinander als beim Straddle.
    • Billiger als ein Long Straddle, aber mit größerer nötiger Bewegung.

Die Frage, die du dir vor dem Einstieg beantworten musst: Reicht die erwartete Bewegung bis zu einem der beiden Break-evens?

Das einfache Bild: die Wette auf den Torabstand

Ein Kollege bietet dir vor einem Fußballspiel eine Wette an. Du zahlst 3 €. Dafür bekommst du am Ende für jedes Tor ausgezahlt, das über zwei Tore Abstand hinausgeht — egal, welche Mannschaft vorne liegt. Ein 4:1 zahlt genauso gut wie ein 1:4.

Drei Dinge folgen daraus, und sie sind der ganze Long Strangle:

  • Ein 2:1 oder ein 0:0 bringt dir nichts. Die 3 € sind weg, obwohl das Spiel stattgefunden hat.
  • Es ist dir gleichgültig, wer gewinnt. Du wettest allein darauf, dass es deutlich ausgeht.
  • Die Wette ist billig, weil sie erst ab drei Toren Abstand zählt. Eine Wette, die schon ab dem ersten Tor zahlt, würde erheblich mehr kosten.

Wo das Bild endet: Beim Fußball wird erst nach dem Schlusspfiff abgerechnet. Deine Position hat dagegen an jedem Tag einen Preis, zu dem du sie verkaufen kannst. Und dieser Preis steigt schon dann, wenn der Markt für die Restzeit mit mehr Bewegung rechnet — so wie deine Wette wertvoller würde, sobald bekannt wird, dass die halbe Abwehr einer Mannschaft ausfällt, lange bevor ein einziges Tor gefallen ist. Sinkt diese Erwartung wieder, wird auch deine Position billiger, selbst wenn es unverändert null zu null steht.

Wie funktioniert ein Long Strangle?

Der Long Strangle verdient an Bewegung. Du kaufst zwei Optionen, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen: einen Call oberhalb des Kurses und einen Put unterhalb. Läuft die Aktie weit genug in eine der beiden Richtungen, gewinnt ein Leg mehr, als beide zusammen gekostet haben. Was mit dem anderen Leg passiert, ist dann egal — es verfällt wertlos, und das war einkalkuliert.

Der zweite Treiber ist die Volatilität. Der Strangle ist stark long Vega: Steigt die implizite Volatilität nach dem Einstieg, gewinnt die Position, auch ohne dass der Kurs sich bewegt hat. Zwei Long-Optionen bedeuten doppeltes Vega — deshalb reagiert der Strangle auf Volatilitätsänderungen deutlich heftiger als eine einzelne Option.

Gegen dich arbeitet die Zeit, und zwar doppelt. Du bezahlst Theta auf zwei Legs gleichzeitig. Jeder ruhige Tag kostet dich an beiden Enden gleichzeitig Geld.

Wenn du dir eine Sache merken willst: Du kaufst nicht Bewegung, du kaufst mehr Bewegung, als der Markt bereits eingepreist hat.

Wie ist ein Long Strangle aufgebaut?

Zwei gekaufte Legs, gleiche Laufzeit, unterschiedliche Strikes:

  1. +1 Call @Kc (OTM)
  2. +1 Put @Kp (OTM)

Beide Strikes liegen aus dem Geld, üblicherweise etwa gleich weit vom aktuellen Kurs entfernt. Diese Symmetrie ist kein Schönheitsprinzip: Sie sorgt dafür, dass die Position mit einem Delta nahe null startet und damit tatsächlich richtungsneutral ist. Wählst du den Call näher am Kurs als den Put, hast du keinen Strangle mehr, sondern eine bullische Position mit Absicherung.

Der Abstand der Strikes ist der eigentliche Regler. Weiter draußen heißt billiger — und heißt zugleich, dass beide Break-evens weiter wegrücken.

Wie berechnet sich Gewinn und Verlust beim Long Strangle?

Die Beispiel-Aktie steht bei 100 €. Du kaufst den Call mit Strike 105 € und den Put mit Strike 95 €, beide mit derselben Laufzeit, zusammen für 3 € pro Aktie, also 300 € pro Kontrakt. Dieser Betrag heißt Debit: Er wird beim Einstieg bezahlt und ist zugleich alles, was du verlieren kannst.

GrößeWert
Long Put95 €
Long Call105 €
Gezahlter Debit3 €
Break-even unten92 €
Break-even oben108 €
Maximaler Verlust3 € pro Aktie (300 €)
Maximaler Gewinnnach oben offen

Maximaler Verlust: 3 € pro Aktie, also 300 € pro Kontrakt. Er tritt ein, sobald die Aktie am Verfall zwischen 95 € und 105 € liegt — dann verfallen beide Optionen wertlos. Anders als beim Straddle ist das keine punktgenaue Bedingung, sondern eine ganze Zone. Das ist der Preis für den günstigeren Einstieg.

Break-even unten: 92 € — Put-Strike minus Debit. Break-even oben: 108 € — Call-Strike plus Debit.

Maximaler Gewinn: nach oben offen. Steht die Aktie bei 120 €, ist der Call 15 € wert, abzüglich der 3 € Debit bleiben 12 € pro Aktie, also 1.200 €. Nach unten ist der Gewinn bei einem Kurs von null begrenzt: 95 € minus 3 € Debit sind 92 € pro Aktie.

Der Vergleich mit dem Long Straddle macht den Trade-off sichtbar. Ein Straddle am Strike 100 € kostet in derselben Situation etwa 5 € und hat seine Break-evens bei 95 € und 105 € — eine Bewegung von 5 % genügt. Der Strangle kostet nur 3 €, verlangt aber 8 %. Du zahlst 40 % weniger und brauchst 60 % mehr Bewegung. Ob das ein guter Tausch ist, hängt allein davon ab, wie groß die Bewegung ausfällt, die du erwartest.

Wann lohnt sich ein Long Strangle?

Der Long Strangle gehört in eine Phase, in der ein Ausbruch bevorsteht, dessen Richtung unklar ist: eine enge Handelsspanne über Wochen, ein anstehender Termin mit binärem Ausgang, ein Basiswert vor einer Entscheidung. Was er nicht verträgt, ist ein ruhiger Markt ohne Anlass.

Beim Volatilitätsregime ist er der wählerischste Kandidat der ganzen Matrix: Er will niedrige implizite Volatilität. Das ist mehr als eine Preisfrage. Die IV ist die Bewegung, die der Markt bereits erwartet. Ist sie hoch, hast du die Bewegung mitbezahlt, und der Trade gewinnt erst, wenn die tatsächliche Bewegung größer ausfällt als die erwartete. Ein Strangle bei hoher IV ist deshalb keine Wette auf Bewegung, sondern eine Wette darauf, dass alle anderen die Bewegung unterschätzen.

Seine Ziele sind Volatilität und Spekulation. Er erzeugt kein Einkommen und sichert nichts ab.

Passende Marktphasen

Welche Rolle spielen die Griechen beim Long Strangle?

GriecheVorzeichen
Delta0
Gamma+
Theta-
Vega++

Kurzform: Delta nahe null, positives Gamma, stark positives Vega, negatives Theta. Das doppelte Vega ist der Grund, warum ein Strangle manchmal gewinnt, ohne dass die Aktie sich nennenswert bewegt hat — und warum er nach einem Ereignis verliert, obwohl sie es getan hat.

Wie wird ein Long Strangle gemanagt?

Gewinnziel25-50% des Debits
Verlustgrenze50% des Debits
Zeitregelvor 21 DTE

Das Gewinnziel liegt hier auffällig niedrig — 25 bis 50 % des Debits, nicht 50 bis 100 % wie bei einer einzelnen Long-Option. Der Grund ist die Struktur: Ein Strangle erreicht seine großen Gewinne nur in einer heftigen Bewegung, und heftige Bewegungen laufen oft schnell wieder zurück. Wer auf den vollen Gewinn wartet, gibt in der Praxis häufig den erreichten wieder ab.

Die Verlustgrenze bei 50 % des Debits fühlt sich früh an, weil ein Strangle sich per Konstruktion langsam entwertet. Genau deshalb existiert sie: Ohne Regel bleibt die Position liegen, bis von den 300 € nichts mehr übrig ist.

Welches Assignment-Risiko und welchen Kapitalbedarf hat ein Long Strangle?

Es gibt kein Assignment-Risiko. Beide Legs sind gekauft, du hältst zwei Rechte und keine Pflicht.

Zu beachten bleibt die automatische Ausübung am Verfallstag: Liegt eines der beiden Legs im Geld, wird es bei vielen Brokern automatisch ausgeübt — und dann steht am Montag eine Aktienposition im Depot, long oder short, für die der volle Gegenwert fällig wird.

Der Kapitalbedarf ist niedrig und entspricht exakt dem gezahlten Debit. Zusätzliche Margin fällt nicht an. Das ist der wesentliche Unterschied zur Gegenposition, dem Short Strangle: Dieselbe These in umgekehrter Richtung bindet dort ein Vielfaches an Kapital und trägt unbegrenztes Risiko.

Assignment-Risiko
keines
Kapitalbedarf
niedrig (= Debit)
Typische Laufzeit
45-90
Typisches Delta
beide 0.15-0.30

Was ein Long Strangle nicht bedeutet

  • Die Richtung richtig zu treffen, reicht nicht. Läuft die Aktie von 100 € auf 104 €, hattest du recht — und verlierst trotzdem den vollen Debit, weil 104 € noch zwischen den Strikes liegt. Bezahlt wird der Abstand, nicht die Prognose.
  • Ein eingetretenes Ereignis ist noch kein Gewinn. Fällt die implizite Volatilität — also die Bewegung, die der Markt für die Restzeit noch einpreist — nach dem Termin stark, kann die Position selbst nach einer großen Kursbewegung im Minus schließen.
  • Billiger heißt nicht sicherer. Der niedrigere Debit ist kein Rabatt, sondern der Preis dafür, dass die Position seltener zahlt. Der Totalverlust ist beim Strangle wahrscheinlicher als beim Straddle, nicht weniger wahrscheinlich.
  • „Verlust begrenzt" heißt nicht „Verlust selten". Begrenzt ist er auf die 300 € Debit — und dieser Totalverlust tritt in der gesamten Zone zwischen 95 € und 105 € ein, also im häufigsten Ausgang.
  • Richtungsneutral heißt nicht meinungsfrei. Du hast sehr wohl eine Meinung: dass die Bewegung größer ausfällt als die, die der Markt bereits eingepreist hat.

Welche Fehler kosten beim Long Strangle Geld?

Den niedrigeren Preis für den besseren Trade gehalten. Das ist der zentrale Fehler bei dieser Strategie. Ein Strangle ist billiger als ein Straddle, weil er weniger wahrscheinlich zahlt, nicht weil er ein Schnäppchen wäre. Wer die 200 € Ersparnis sieht, aber nicht die zusätzlichen 3 % Bewegung, die dafür nötig werden, hat den Preisunterschied nicht verstanden.

Über Earnings gehalten und auf die Bewegung gesetzt. Vor einem Termin ist die IV hoch, weil eine große Bewegung erwartet wird. Du kaufst also teuer eine Bewegung ein, die der Markt bereits kennt. Nach der Veröffentlichung fällt die IV, und der Volatility Crush kann den Gewinn aus einer echten Kursbewegung vollständig auslöschen. Prüfe den Expected Move, bevor du diesen Trade eröffnest — er sagt dir, wie viel Bewegung bereits bezahlt ist.

Strikes zu weit draußen gewählt, weil es fast nichts kostet. Ein Strangle für 0,60 € fühlt sich risikolos an. Er verfällt nur fast immer wertlos. Bei zwei Legs bedeutet "fast nichts kosten" zwei Optionen, die beide eine unrealistische Bewegung verlangen.

Ungleiche Abstände gewählt. Wer den Call bei 0,25 Delta und den Put bei 0,12 Delta kauft, hat eine bullische Position gebaut und nennt sie Strangle. Das ist nicht falsch, aber es ist ein anderer Trade — und er wird nach den falschen Kriterien gemanagt.

Feynman-Check: Erklär den Long Strangle ohne Fachwörter

Erkläre einer Person in drei Sätzen, was du gerade machst. Verwende dabei nicht die Wörter „Prämie", „Strike", „Vega" und „Theta".

Deine Erklärung ist vollständig, wenn sie vier Dinge enthält:

  1. Worauf setzt du — auf eine Richtung oder auf einen Abstand?
  2. Wo genau liegen die beiden Punkte, ab denen du überhaupt etwas bekommst?
  3. Was passiert mit deinem Einsatz, wenn der Kurs dazwischen bleibt?
  4. Warum ist diese Wette günstiger als die Variante mit nur einem Punkt in der Mitte?

Eine mögliche Erklärung lautet: „Ich habe einen festen Betrag dafür bezahlt, dass ich am Ende ausgezahlt werde, wenn der Kurs über eine obere oder unter eine untere Grenze läuft. Beide Grenzen liegen ein gutes Stück vom heutigen Kurs entfernt. Bleibt der Kurs dazwischen, ist mein Einsatz vollständig weg, und das ist der Ausgang, der am häufigsten eintritt. Dafür habe ich weniger bezahlt als für eine Wette, die schon direkt am heutigen Kurs zu zählen beginnt."

Wenn du in deiner Erklärung sagst, der Strangle sei die günstigere Version desselben Trades, liegt genau dort die Wissenslücke. Geh dann noch einmal zum Rechenbeispiel zurück: Du zahlst 40 % weniger als beim Straddle und brauchst dafür 60 % mehr Bewegung.

Fünf Fragen vor dem Einstieg

  1. Wie viel Bewegung erwarte ich in Prozent — und wie viel ist über den Expected Move bereits eingepreist?
  2. Wie weit liegen meine beiden Break-evens vom aktuellen Kurs entfernt, und hat der Basiswert eine solche Bewegung in dieser Zeitspanne schon einmal geschafft?
  3. Steht die implizite Volatilität gerade hoch oder niedrig, und was macht ein Rückgang um ein Drittel mit meiner Position?
  4. Sind Call und Put etwa gleich weit vom Kurs entfernt — oder baue ich unbemerkt eine Richtungswette?
  5. Ab welchem Gewinn und ab welchem Verlust schließe ich, und akzeptiere ich den Totalverlust der 300 €, wenn der Kurs zwischen den Strikes bleibt?

Long Strangle oder Long Straddle: was ist der Unterschied?

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Long Strangle und Long Straddle zeigt diese datenbasierte Übersicht.

Vergleich von Long Strangle und Long Straddle
KriteriumLong StrangleLong Straddle
MarktphaseGroße Bewegung erwartet, Richtung offen (Event, Konsolidierung am Rand)Große Bewegung erwartet, Richtung offen (Event, Konsolidierung am Rand)
TreiberBewegungBewegung
Risiko definiertJaJa
Max. Gewinnunbegrenzt nach oben, Put-Strike - bezahlte Prämie nach untenunbegrenzt nach oben, Strike - bezahlte Prämie nach unten
Max. Verlustbezahlte Prämiebezahlte Prämie
Kapitalbedarfniedrig (= Debit)mittel (= Debit, aber hoch für eine Long-Position)
Broker-Level22

Kurz gesagt: Long Strangle passt, wenn die Marktphase Große Bewegung erwartet, Richtung offen (Event, Konsolidierung am Rand) ist und das Ziel Volatilität oder Spekulation lautet; Long Straddle passt, wenn die Marktphase Große Bewegung erwartet, Richtung offen (Event, Konsolidierung am Rand) ist und das Ziel Volatilität oder Spekulation lautet.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Long Strangle und Long Straddle?

Der Straddle kauft Call und Put am selben Strike, der Strangle zwei verschiedene Strikes aus dem Geld. Der Strangle kostet dadurch weniger — und braucht dafür eine deutlich größere Bewegung, weil seine Break-evens weiter auseinanderliegen. Beide setzen auf Bewegung, aber sie verlangen unterschiedlich viel davon.

Wie groß muss die Bewegung bei einem Long Strangle sein?

Mindestens bis zu einem der beiden Break-evens: Call-Strike plus Debit nach oben, Put-Strike minus Debit nach unten. Bei einem 95/105-Strangle für 3 € liegen die Break-evens bei 92 € und 108 €. Die Aktie muss sich also um 8 % bewegen, damit die Position bei null steht — in irgendeine Richtung.

Warum ist ein Long Strangle vor Earnings oft ein Verlustgeschäft?

Weil die implizite Volatilität vor dem Termin hoch ist und du damit teuer einkaufst. Nach der Veröffentlichung fällt sie schlagartig zurück. Selbst wenn die Aktie sich stark bewegt, kann dieser Volatility Crush den Gewinn aus der Bewegung vollständig aufzehren — die Bewegung war eingepreist, du hast dafür bezahlt.

Kann ich mit einem Long Strangle mehr als den Einsatz verlieren?

Nein. Beide Legs sind gekauft, der Verlust ist auf den gezahlten Debit begrenzt. Bei einem Debit von 3 € pro Aktie sind das 300 € pro Kontrakt. Erreicht wird dieser Totalverlust immer dann, wenn die Aktie am Verfall zwischen den beiden Strikes liegt — das ist der häufigste Ausgang.

Welche Strikes wählt man bei einem Long Strangle?

Beide aus dem Geld, in etwa gleich weit vom Kurs entfernt, damit die Position richtungsneutral startet. Die Datenbasis dieser Seite nennt einen Delta-Bereich von 0,15 bis 0,30 für beide Legs als typisch. Je weiter draußen die Strikes, desto billiger die Position und desto größer die Bewegung, die sie braucht.

Weiter geht's im tabellarischen Überblick aller Optionsstrategien oder im Marktphasen-Finder.

Quellen

  1. Characteristics and Risks of Standardized Options — OCC (abgerufen am 2026-08-06)
  2. Choosing the Right Strategy — OIC (abgerufen am 2026-08-06)
  3. Volatility & the Greeks — OIC (abgerufen am 2026-08-06)
  4. Long Strangle — OIC (abgerufen am 2026-08-06)

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.