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Glossar

Wie ergeben die Greeks zusammen das Risiko einer Position?

WofĂŒr brauchst du die Greeks?

Die Greeks sind die Kennzahlen dafĂŒr, wie ein Optionspreis auf einzelne EinflussgrĂ¶ĂŸen reagiert: Delta auf den Kurs, Gamma auf die VerĂ€nderung des Deltas, Theta auf Zeit, Vega auf implizite VolatilitĂ€t, Rho auf Zinsen. Sie gelten fĂŒr kleine Änderungen und verĂ€ndern sich selbst, sobald sich der Markt bewegt.

Das Vorzeichen hÀngt an deiner Seite

Jede Kennzahl einer gekauften Option trĂ€gt beim VerkĂ€ufer das umgekehrte Vorzeichen. Ein Long Put hat negatives Delta, positives Gamma, negatives Theta und positives Vega. Der Stillhalter desselben Puts hĂ€lt positives Delta, negatives Gamma, positives Theta und negatives Vega. Deshalb klĂ€rst du zuerst, auf welcher Seite du stehst: Dieselbe Option ist fĂŒr den einen eine Wette auf fallende Kurse und steigende VolatilitĂ€t, fĂŒr den anderen auf das Gegenteil.

Hochrechnen auf die Position

Angezeigte Greeks beziehen sich auf eine Aktie. FĂŒr einen Standardkontrakt nimmst du sie mal 100, dann mal die Zahl der Kontrakte, und am Ende addierst du alle Legs. Das Netto-Delta eines Spreads kann klein sein, obwohl jedes einzelne Leg ein großes Delta hat, weil sich Long und Short gegenseitig aufheben. Erst die Summe zeigt, was dein Depot wirklich trĂ€gt: minus 49 Delta verhalten sich bei kleinen Bewegungen ungefĂ€hr wie 49 leerverkaufte Aktien.

Welche Kennzahl wann den Ton angibt

Weit vor dem Verfall bestimmen meist Delta und Vega das Tagesergebnis: Eine Bewegung der Aktie oder der impliziten VolatilitĂ€t wiegt schwerer als ein Tag Zeitwertverlust. Kurz vor dem Verfall und nahe am Strike ĂŒbernehmen Gamma und Theta — die Option reagiert heftig auf kleine Bewegungen und verliert schnell an Wert. Rho, die Zinsempfindlichkeit, spielt vor allem bei langen Laufzeiten eine Rolle. Delta, Gamma, Theta und Vega haben eigene Seiten; hier geht es um ihr Zusammenspiel.

Der hÀufigste Denkfehler

Oft werden die Greeks behandelt, als wĂ€ren sie feste Eigenschaften eines Trades. TatsĂ€chlich sind es Momentaufnahmen aus einem Modell, gĂŒltig nur fĂŒr kleine Änderungen gegenĂŒber dem jetzigen Stand. Nach einer großen Bewegung, einem Sprung der VolatilitĂ€t oder ein paar Tagen Zeitverlust hat jede Kennzahl einen neuen Wert. Eine Position, die morgens ausgeglichen aussah, kann abends klar in eine Richtung zeigen. PrĂŒf die Werte neu, sobald sich etwas Wesentliches Ă€ndert.

Rechenbeispiel

Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.

Die Beispiel-Aktie notiert bei 100 €. Ein gekaufter 100er Put mit 30 Tagen Laufzeit ist bei einer impliziten VolatilitĂ€t von 25 % und einem Zins von null im Black-Scholes-Modell 2,86 € wert. Delta −0,49, Gamma 0,056, Theta −0,048 pro Tag, Vega 0,114 pro VolatilitĂ€tspunkt.

Auf einen Kontrakt gerechnet sind das −49 Delta, rund −4,76 € Theta am Tag und rund 11,43 € Vega je Punkt. Der VerkĂ€ufer desselben Puts hĂ€lt alles mit umgekehrtem Vorzeichen: +49 Delta, +4,76 € Theta, −11,43 € Vega. GebĂŒhren sind nicht berĂŒcksichtigt.

Strategien, in denen der Begriff zÀhlt

  • Covered Call — Bist du bereit, die Aktien beim Call-Strike abzugeben - auch wenn sie danach weiterlaufen?
  • Short Iron Condor — Ist die erwartete Range wirklich enger als die vom Markt eingepreiste Bewegung?
  • Long Straddle — Muss die Bewegung grĂ¶ĂŸer sein als die vom Markt bereits eingepreiste?

Rechner zum Begriff

Im Trading-Journal festhalten

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. OptionsgeschĂ€fte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten ĂŒber den Einsatz hinaus fĂŒhren. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.