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Glossar

Warum haben Puts aus dem Geld eine höhere IV?

Was beschreibt der Volatility Skew?

Der Volatility Skew beschreibt, dass Optionen mit demselben Verfall, aber unterschiedlichen Strikes verschiedene implizite Volatilitäten aufweisen. Bei Aktien und Indizes sind Puts unterhalb des Geldes typischerweise höher bewertet als Calls oberhalb. Der Skew ist kein Fehler im Markt, sondern Teil der Preisstruktur, die jeder Spread mitbezahlt oder vereinnahmt.

Woher der Skew kommt

Bei Aktien und Indizes ist die Nachfrage nach Absicherung nach unten nie verschwunden: Wer Aktien hält, kauft Puts unter dem Kurs, Calls weit darüber braucht kaum jemand. Dazu kommt, dass starke Rückgänge meist schneller ablaufen als starke Anstiege. Beides preist der Markt ein, indem er tieferen Strikes eine höhere implizite Volatilität zuordnet. Trägst du die IV einer Laufzeit über alle Strikes auf, fällt die Kurve deshalb meist von den Puts zu den Calls hin ab.

Was das mit einem Spread macht

Ein Spread kauft einen Strike und verkauft einen anderen, er handelt also zwei verschiedene IVs. Beim Bull Put Spread hat der gekaufte, weiter entfernte Put eine höhere IV als der verkaufte. Beim Bear Call Spread verkaufst du einen Call, dessen IV unter der eines Puts im gleichen Abstand liegt. Zwei gespiegelte Spreads bringen deshalb selten denselben Credit. Der Skew ist keine Gebühr, aber jeder Spread bezahlt ihn oder nimmt ihn ein.

Welche IV in den Rechner gehört

Ein Rechner, der aus der IV eine Wahrscheinlichkeit schätzt, arbeitet mit genau einer Zahl für einen Strike. Gibst du für einen weit entfernten Put die IV am Geld ein, unterschätzt du, wie viel Bewegung der Markt an diesem Strike einpreist — die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie dorthin fällt, kommt zu niedrig heraus. Lies deshalb in der Optionskette die IV genau des Strikes ab, den du handelst, und zwar für den passenden Verfall, statt die Schlagzeilen-IV der Aktie zu nehmen.

Der häufigste Denkfehler

Ein steiler Skew wird oft so gelesen, als rechne der Markt mit einem Kursrutsch. Meist zeigt er nur, dass Absicherung gefragt und teuer ist — bei Aktienoptionen der Normalzustand und keine Prognose. Der umgekehrte Fehler: Weil Puts mehr IV tragen, seien sie für Stillhalter leicht verdientes Geld. Der höhere Preis bezahlt aber genau das Crash-Risiko, aus dem der Skew überhaupt erst entsteht.

Rechenbeispiel

Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.

Die Beispiel-Aktie notiert bei 100 €. Für einen Verfallstermin handelt der 90er Put mit einer angenommenen impliziten Volatilität von 32 %, die Optionen am Geld bei 100 € mit 25 % und der 110er Call mit 21 %. Beide Strikes aus dem Geld liegen 10 € vom Kurs entfernt, trotzdem trägt der Put 11 Punkte mehr IV als der Call.

Willst du wissen, wie wahrscheinlich ein Schlusskurs unter 90 € ist, gib 32 % ein, nicht 25 %. Mit dem niedrigeren Wert würde der Rechner diesen Fall seltener ausweisen, als der Markt ihn einpreist. Gebühren bleiben unberücksichtigt.

Strategien, in denen der Begriff zählt

  • Bull Put Spread — Willst du einen Credit gegen eine Verpflichtung - oder lieber einen Debit zahlen?
  • Jade Lizard — Ist der Credit wirklich größer als die Breite des Call-Spreads?
  • Collar — Akzeptierst du eine feste Obergrenze im Tausch gegen eine feste Untergrenze?

Rechner zum Begriff

Im Trading-Journal festhalten

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.