Was ist ein Credit Spread?
Womit verdient ein Credit Spread sein Geld?
Ein Credit Spread ist ein Spread, bei dem die verkaufte Option teurer ist als die gekaufte, sodass beim Eröffnen ein Nettocredit entsteht. Dieser Credit ist zugleich der maximale Gewinn; der maximale Verlust ergibt sich aus der Strike-Breite abzüglich des Credits. Er verdient, wenn der Kurs sich nicht gegen die Position bewegt.
Drei Zahlen beschreiben den ganzen Trade
Für einen Credit Spread brauchst du nur drei Angaben aus der Order: die vereinnahmte Nettoprämie, den Abstand der beiden Strikes und die Lage des verkauften Strikes zum aktuellen Kurs. Daraus folgt alles Weitere. Mehr als den Credit kannst du nicht verdienen, schlimmstenfalls verlierst du die Breite abzüglich des Credits. Die Gewinnschwelle liegt genau um den Credit vom verkauften Strike entfernt, und zwar in Richtung des gekauften: beim Put-Spread darunter, beim Call-Spread darüber. Sobald die Order ausgeführt ist, stehen alle drei Werte fest.
Credit geteilt durch Breite: dein Tausch
Setzt du den Credit ins Verhältnis zur Breite, erkennst du auf einen Blick, auf welchen Tausch du dich eingelassen hast. Beträgt der Credit ein Drittel der Breite, riskierst du zwei Euro für einen Euro Ertrag. Je näher der verkaufte Strike am Kurs liegt, desto höher fällt dieser Anteil aus — und desto geringer ist die Chance, die volle Prämie zu behalten. Weiter aus dem Geld kehrt sich das um. Ein breiterer Spread bringt zwar mehr Credit in Euro, der maximale Verlust wächst aber noch stärker. Beides auf einmal lässt sich nicht verbessern, denn der Markt bepreist Auszahlung und Wahrscheinlichkeit gegeneinander.
Der häufigste Denkfehler
Der Credit wird dir sofort gutgeschrieben und fühlt sich deshalb wie verdientes Geld an. Endgültig ist aber erst, was nach dem Verfall oder dem Rückkauf übrig bleibt. Bis dahin markiert der Credit nur die Obergrenze dessen, was dir bleiben kann, und wer vorzeitig glattstellt, gibt meist einen Teil davon wieder ab. Bei amerikanischen Optionen kann das verkaufte Leg außerdem schon vor dem Verfall zugeteilt werden. Dann liegt etwas anderes im Depot, am maximalen Verlust ändert das aber nichts, solange das gekaufte Leg noch besteht.
Rechenbeispiel
Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.
Die Beispiel-Aktie notiert bei 100 €. Du verkaufst den 105er Call und kaufst den 110er Call mit gleichem Verfall. Dafür vereinnahmst du netto 1,60 € je Aktie — bei 100 Aktien pro Kontrakt sind das 160 €. Der Spread ist 5 € breit.
Schließt die Aktie am Verfallstag bei 105 € oder darunter, verfallen beide Calls wertlos, und die 160 € gehören dir. Ab 110 € verlierst du die Breite abzüglich des Credits, also (5 − 1,60) × 100 = 340 €. Die Gewinnschwelle liegt bei 105 + 1,60 = 106,60 €; der Credit entspricht 1,60 / 5 = 32 Prozent der Breite. Gebühren sind nicht berücksichtigt.
Strategien, in denen der Begriff zählt
- Bull Put Spread — Willst du einen Credit gegen eine Verpflichtung - oder lieber einen Debit zahlen?
- Bear Call Spread — Wie weit liegt der untere Strike außerhalb der erwarteten Bewegung bis zum Verfall?
- Short Iron Condor — Ist die erwartete Range wirklich enger als die vom Markt eingepreiste Bewegung?
Rechner zum Begriff
Im Trading-Journal festhalten
Verwandte Begriffe
Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.
Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.