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Glossar

Was ändert sich, wenn du einen anderen Strike nimmst?

Was ist der Strike einer Option?

Der Strike ist der Preis, zu dem der Basiswert bei Ausübung gekauft oder verkauft wird. Er ist vertraglich fixiert und ändert sich während der Laufzeit nicht, abgesehen von Anpassungen bei Kapitalmaßnahmen. Der Abstand zwischen Strike und aktuellem Kurs bestimmt Prämie, Wahrscheinlichkeit und Risikoprofil der Position.

Vier Größen hängen zusammen

Nimmst du beim Call den nächsthöheren Strike, verschiebst du nicht eine Zahl, sondern vier. Die Prämie sinkt, weil ein kleinerer Teil der wahrscheinlichen Kursspanne über dem Strike liegt; im Gegenzug steigt der Break-even, also Strike plus gezahlte Prämie, und mit ihm der Weg, den die Aktie bis dorthin zurücklegen muss. Gleichzeitig fällt das Delta: Pro Euro Kursanstieg gewinnt die Position weniger. Beim Put läuft alles spiegelbildlich, nur eben die Kette hinunter. Einzeln einstellen lässt sich keine dieser Größen.

Billiger heißt: weiter laufen

Die Ersparnis bei der Prämie bezahlst du mit Strecke. Bleibt die Aktie stehen, verlierst du mit dem weiter entfernten Call weniger. Damit der Trade am Verfallstag aber überhaupt Gewinn abwirft, muss sie deutlich weiter steigen. Ein brauchbarer Maßstab dafür ist die erwartete Bewegung derselben Laufzeit. Liegt dein Break-even jenseits davon, setzt du auf mehr Bewegung, als der Optionspreis selbst unterstellt. Ein Auszahlungsrechner für Options-Legs zeigt dir das Ergebnis am Verfallstag; gib jeden Strike einzeln ein, sonst rechnet er alle Legs zu einer Position zusammen.

Die Sicht des Stillhalters

Als Stillhalter liest du dieselbe Kette andersherum. Je weiter dein verkaufter Call oder Put vom Kurs entfernt liegt, desto weniger Prämie nimmst du ein, desto mehr Puffer bleibt dir aber bis zum Short-Strike, und das niedrigere Delta dämpft die Wertschwankungen der Position. Wie sich die geschätzte Chance, die Prämie zu behalten, mit dem Strike verschiebt, zeigt der Rechner für die Gewinnwahrscheinlichkeit. Er bildet genau einen verkauften Call oder Put ab und braucht dafür Kurs, Strike, IV und Restlaufzeit.

Der häufigste Denkfehler

Der billigste Strike gilt schnell als die günstigste Wette. Klar, mit einem Call für 32 € pro Kontrakt kannst du weniger verlieren als mit einem für 286 € — dafür braucht er eine viel größere Bewegung und verfällt viel öfter wertlos. Wer statt eines Calls nah am Geld mehrere billige kauft, um auf denselben Einsatz zu kommen, vervielfacht genau dieses Risiko. Der Preis pro Kontrakt sagt dir, was du verlieren kannst, nicht, wie oft der Trade aufgeht. Vergleiche Strikes deshalb über Break-even und nötige Kursbewegung.

Rechenbeispiel

Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.

Die Beispiel-Aktie notiert bei 100 €, der Verfall ist 30 Tage entfernt, die implizite Volatilität liegt bei 25 %. Bei einem Zins von null kostet der 100er Call dann 2,86 €, der 105er 1,08 € und der 110er 0,32 € — pro Kontrakt 286 €, 108 € und 32 €. Das Delta fällt von 0,51 über 0,26 auf 0,10.

Der Break-even liegt bei 102,86 €, 106,08 € und 110,32 €; bis zum Verfall muss die Aktie also um 2,86 %, 6,08 % oder 10,32 % steigen. Laut Modell (lognormal, Zins null) schließt sie mit rund 33 %, 20 % und 8 % Wahrscheinlichkeit über dem jeweiligen Break-even. Gebühren sind nicht berücksichtigt.

Strategien, in denen der Begriff zählt

  • Covered Call — Bist du bereit, die Aktien beim Call-Strike abzugeben - auch wenn sie danach weiterlaufen?
  • Bull Put Spread — Willst du einen Credit gegen eine Verpflichtung - oder lieber einen Debit zahlen?
  • Long Call Butterfly — Hast du ein präzises Kursziel - nicht nur eine Richtung?

Rechner zum Begriff

Im Trading-Journal festhalten

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.