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Glossar

Wie weit liegt eine Option im oder aus dem Geld?

Was beschreibt die Moneyness?

Moneyness beschreibt, wo der Strike einer Option relativ zum aktuellen Kurs des Basiswerts liegt: im Geld, am Geld oder aus dem Geld. Die Einordnung bestimmt, wie viel innerer Wert und wie viel Zeitwert im Preis stecken, und sie verschiebt sich mit jeder Kursbewegung des Basiswerts neu.

Den Abstand in Prozent messen

Meist wird Moneyness nur als Etikett genannt: im Geld, am Geld, aus dem Geld. Wie groß der Abstand ist, verrät das nicht. Aussagekräftig wird es erst, wenn du die Differenz zwischen Strike und Kurs durch den Kurs teilst. Liegt der Strike 10 € unter einer Aktie zu 100 €, sind das 10 %; bei einer Aktie zu 50 € machen dieselben 10 € schon 20 % aus. Nur der Prozentwert macht Strikes über verschiedene Aktien hinweg vergleichbar.

Call und Put spiegeln sich

Ein Call liegt im Geld, wenn sein Strike unter dem Kurs liegt; beim Put ist es genau andersherum. Am selben Strike stehen Call und Put deshalb immer auf entgegengesetzten Seiten. Ist der 90er Call 10 € im Geld, liegt der 90er Put 10 € aus dem Geld. Inneren Wert hat nur die Option im Geld, die andere besteht ausschließlich aus Zeitwert — und mit jeder Kursbewegung verschiebt sich diese Aufteilung neu.

Wo „am Geld“ unscharf wird

Streng genommen heißt am Geld: Strike gleich Kurs. Exakt trifft das in der Praxis so gut wie nie zu. Üblich ist, den nächstgelegenen Strike als am Geld zu bezeichnen — liegen die Strikes 5 € auseinander, ist das bei einer Aktie zu 102 € der 100er. Manche Plattformen nehmen stattdessen das Delta und nennen alles um 0,50 am Geld. Keine der beiden Lesarten ist falsch. Streiten zwei Quellen darüber, verwenden sie meist schlicht verschiedene Definitionen.

Der häufigste Denkfehler

Viele lesen die Moneyness wie eine Schulnote: im Geld gut, aus dem Geld schlecht. So einfach ist es nicht. Ein verkaufter Put aus dem Geld steht genau dort, wo der Stillhalter ihn haben will. Und eine Option tief im Geld verhält sich fast wie die Aktie selbst; vom Hebel, für den viele überhaupt erst Optionen kaufen, bleibt kaum etwas übrig. Die Einordnung zeigt nur, wo der Strike heute liegt, nicht, ob die Position aufgeht.

Rechenbeispiel

Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.

Die Beispiel-Aktie notiert bei 100 €. Der 90er Call liegt 10 € im Geld, das sind 10 % des Kurses. Sein innerer Wert beträgt 10 € je Aktie, also 1.000 € pro Kontrakt. Der 90er Put am selben Strike liegt dagegen 10 % aus dem Geld und hat überhaupt keinen inneren Wert.

Nimm eine zweite Beispiel-Aktie zu 50 €: Ein Strike 10 € daneben ist hier schon 20 % vom Kurs entfernt — relativ doppelt so weit, obwohl der Abstand in Euro gleich bleibt. Gebühren bleiben unberücksichtigt.

Strategien, in denen der Begriff zählt

  • Covered Call — Bist du bereit, die Aktien beim Call-Strike abzugeben - auch wenn sie danach weiterlaufen?
  • Cash-Secured Put — Wäre der Strike auch nach einem 30%-Absturz noch ein Preis, den du zahlen willst?
  • Bull Put Spread — Willst du einen Credit gegen eine Verpflichtung - oder lieber einen Debit zahlen?

Rechner zum Begriff

Im Trading-Journal festhalten

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.