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Glossar

Was ist der innere Wert einer Option?

Welcher Teil der Prämie ist innerer Wert?

Der innere Wert ist der Betrag, den eine Option einbringen würde, wenn sie sofort ausgeübt würde. Beim Call ist das der Kurs minus Strike, beim Put der Strike minus Kurs, jeweils mindestens null und multipliziert mit der Kontraktgröße. Negativ wird er nie, weil niemand ein Recht gegen sich selbst ausübt.

So zerlegst du die Prämie

Jede Optionsprämie setzt sich aus innerem Wert und Zeitwert zusammen. Zuerst bestimmst du den inneren Wert, dafür brauchst du nur Strike und aktuellen Kurs. Was nach Abzug von der Prämie übrig bleibt, ist der Zeitwert; beide zusammen ergeben immer genau die Prämie. Liegt eine Option aus dem Geld, hat sie keinen inneren Wert, und die gesamte Prämie ist Zeitwert. Bei einer Option tief im Geld ist es umgekehrt: Sie besteht fast vollständig aus innerem Wert, darüber liegt nur noch eine dünne Schicht Zeitwert.

Warum er Ausübung und Zuteilung bestimmt

Am Verfallstag ist eine Option exakt ihren inneren Wert wert. Deshalb werden Optionen, die im Geld verfallen, in aller Regel automatisch ausgeübt. Übst du vorher aus, verschenkst du den Zeitwert, der noch in der Option steckt — ein Verkauf über die Börse bringt meist mehr. Derselbe Gedanke erklärt, warum bei einer Stillhalterposition das Risiko einer vorzeitigen Zuteilung steigt, sobald der Zeitwert fast aufgezehrt ist, zum Beispiel kurz vor einer Dividende.

Der häufigste Denkfehler

Innerer Wert ist nicht dasselbe wie Gewinn. Hast du für einen Call 8 € bezahlt und verfällt er mit 6 € innerem Wert, stehst du trotzdem mit 2 € je Aktie im Minus. Der innere Wert misst den Abstand der Option zu ihrem Strike, nicht zu deinem Einstiegskurs. Ob du im Gewinn bist, zeigt dir der Break-even: beim Call Strike plus gezahlte Prämie, beim Put Strike minus gezahlte Prämie.

Rechenbeispiel

Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.

Die Beispiel-Aktie notiert bei 100 €. Der 90er Call kostet 12 € je Aktie. Davon sind 100 − 90 = 10 € innerer Wert, die restlichen 2 € Zeitwert. Der 105er Call kostet 2 € und ist reiner Zeitwert, denn sein Strike liegt über dem Kurs.

Schließt die Aktie am Verfallstag bei 108 €, ist der 90er Call genau seinen inneren Wert von 18 € wert, also 1.800 € pro Kontrakt. Dein Gewinn: (18 − 12) × 100 = 600 €. Der 105er Call ist dann 3 € wert, das sind 100 € Gewinn. Gebühren sind nicht berücksichtigt.

Strategien, in denen der Begriff zählt

  • Long Call — Reicht die erwartete Bewegung über K + D hinaus - und zwar rechtzeitig?
  • Protective Put — Was kostet dich diese Versicherung pro Jahr in Prozent der Position?
  • Covered Call — Bist du bereit, die Aktien beim Call-Strike abzugeben - auch wenn sie danach weiterlaufen?

Rechner zum Begriff

Im Trading-Journal festhalten

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.