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Glossar

Was bedeutet Max Loss bei Optionen?

Wie viel kann dich eine Position höchstens kosten?

Max Loss bezeichnet den maximal möglichen Verlust einer Strategie unter den festgelegten Annahmen, meist am Verfall und vor Gebühren. Bei definierten Spreads lässt er sich aus Strike-Breite und Debit oder Credit ableiten. Bei Aktien- oder ungedeckten Positionen kann der Verlust größer ausfallen oder nicht sinnvoll durch eine einzelne Zahl beschrieben werden.

So berechnest du ihn für gängige Strategien

Kaufst du eine einzelne Option oder einen Debit Spread, ist der gezahlte Debit zugleich dein maximaler Verlust. Beim Credit Spread rechnest du Breite minus Credit. Ein Iron Condor hat zwar zwei Flügel, verlieren kann er am Verfall aber nur auf einer Seite — maßgeblich ist deshalb der breitere Flügel abzüglich des gesamten Credits. Ein ungedeckter Short Call kennt keine Verlustgrenze. Ein Short Put oder eine Aktienposition kann bis zu einem Kurs von null verlieren; das ist zwar eine Zahl, aber selten eine, mit der sich planen lässt.

Warum die Positionsgröße hier ansetzt

Der Max Loss beantwortet eine einzige Frage: Wie viel kann ein Trade aus deinem Konto herausnehmen, wenn alles gleichzeitig schiefläuft? Genau deshalb taugt er als Maßstab für die Positionsgröße. Lege fest, welchen Betrag ein einzelner Trade höchstens kosten darf, und teile ihn durch den Max Loss je Kontrakt. Bemisst du die Größe stattdessen an der Prämie oder an der Margin, steht schnell eine Position im Depot, die ein Mehrfaches der geplanten Größe hat.

Der häufigste Denkfehler

Der Max Loss gilt für den Verfall, und auch nur, solange alle Legs der Position bestehen. Stellst du ein Leg allein glatt, hältst du zugeteilte Aktien über das Wochenende oder steigst du über eine breite Geld-Brief-Spanne aus, kann der tatsächliche Verlust höher ausfallen. Über die Wahrscheinlichkeit verrät die Zahl ebenfalls nichts: Zwei Trades mit demselben Max Loss können sich enorm darin unterscheiden, wie oft sie ihn tatsächlich erreichen.

Rechenbeispiel

Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.

Die Beispiel-Aktie notiert bei 100 €. Du eröffnest einen Iron Condor aus vier Legs mit gleichem Verfall: 95er Put verkaufen, 90er Put kaufen, 105er Call verkaufen, 110er Call kaufen. Insgesamt vereinnahmst du 1,80 € je Aktie, also 180 € pro Kontrakt.

Beide Flügel sind 5 € breit, und nur eine Seite kann im Geld enden. Der Max Loss liegt damit bei (5 − 1,80) × 100 = 320 €. Angenommen, dein Konto umfasst 20.000 € und du riskierst höchstens 2 Prozent pro Trade: Dann stehen dir 400 € zur Verfügung, genug für einen Kontrakt. Gebühren sind nicht eingerechnet.

Strategien, in denen der Begriff zählt

  • Short Iron Condor — Ist die erwartete Range wirklich enger als die vom Markt eingepreiste Bewegung?
  • Protective Put — Was kostet dich diese Versicherung pro Jahr in Prozent der Position?

Rechner zum Begriff

Im Trading-Journal festhalten

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.