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Glossar

Wie viel Geld bindet die Margin bei Optionen?

Was bestimmt die Höhe der Margin?

Margin ist die Sicherheitsleistung, die ein Broker für Positionen verlangt, deren Verlust über den eingesetzten Betrag hinausgehen kann. Die Höhe richtet sich nach Regelwerk, Produkt und Kontomodell und kann bei steigender Volatilität nachträglich angehoben werden. Reicht die Deckung nicht aus, darf der Broker Positionen selbst schließen.

Beim Spread: Margin gleich Maximalverlust

Bei einem Spread mit definiertem Risiko gibt es nichts zu schätzen. Für einen vertikalen Credit Spread auf US-gelistete Optionen verlangt die strategiebasierte Margin die Strike-Breite mal Kontraktgröße und rechnet den eingenommenen Credit dagegen; gebunden bleiben also Breite minus Credit, mal 100. Das ist exakt der Maximalverlust, den auch der Credit-Spread-Rechner ausgibt. Beim Debit Spread ist es noch einfacher: Du zahlst den Debit voll, und mehr kannst du nicht verlieren. Sicherheitsleistung und schlechtester Fall sind hier ein und dieselbe Zahl, deshalb lassen sich solche Positionen so leicht dimensionieren.

Ungedeckt: Die Formel ist nicht der schlimmste Fall

Fehlt das Long-Leg, gibt es keinen zweiten Strike, der den Verlust begrenzt, und an die Stelle des Maximalverlusts tritt eine Formel. Nach den strategiebasierten Cboe-Regeln gilt für einen ungedeckten Short Put auf eine Aktie der höhere von zwei Werten. Der erste: Prämie plus 20 % des Kurswerts der Aktien, abzüglich des Betrags, um den der Put aus dem Geld liegt. Der zweite: Prämie plus 10 % des Strike-Werts. Weil der Kurs täglich schwankt, wandert die Anforderung mit. Und sie bleibt weit unter dem, was du verlieren würdest, wenn die Aktie auf null fiele.

Wo diese Regeln gelten und welche Zahl zählt

Alles oben beschreibt die strategiebasierte Margin für US-gelistete Optionen. Andere Systeme rechnen anders: Portfolio-Margin, die risikobasierte Margin an der Eurex und die Hausregeln einzelner Broker spielen die Position meist über eine Reihe von Kurs- und Volatilitätsszenarien durch und kommen so zu anderen Werten, und steigt die Volatilität, darf ein Broker die Anforderung auch mitten im Trade anheben. Verbindlich ist deshalb immer die Zahl, die dein Broker für dein Konto berechnet, ganz gleich, was diese Seite oder ein Rechner anzeigt.

Der häufigste Denkfehler

Margin und Risiko werden gern gleichgesetzt. Beim Spread mit definiertem Risiko geht das gut, denn dort fällt beides zusammen. Bei der ungedeckten Position nicht. Ein Short Put, für den 1.700 € Margin verlangt werden, kann bei einem scharfen Kurssturz ein Vielfaches davon kosten, und ein Margin Call drängt dich womöglich genau im schlechtesten Moment aus der Position. Die Margin ist gebundenes Kapital, keine Obergrenze für deinen Verlust.

Rechenbeispiel

Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.

Die Beispiel-Aktie steht bei 100 €, du verkaufst den 95er Put ungedeckt für 2,00 €. Nach den strategiebasierten Cboe-Regeln rechnest du 200 + 20 % × 10.000 − 500 = 1.700 € und 200 + 10 % × 9.500 = 1.150 €; der höhere Wert gilt, also 1.700 € pro Kontrakt.

Als 95/90er Put Spread für 1,50 € Credit sieht es ganz anders aus: Gefordert sind 5 € Breite × 100 = 500 €, nach Abzug der 150 € Credit bleiben 350 € gebunden. Das deckt sich genau mit dem Maximalverlust von (5 − 1,50) × 100. Gebühren sind nicht berücksichtigt.

Strategien, in denen der Begriff zählt

  • Short Put (ungedeckt) — Hast du die Buying Power, um die Aktie bei K wirklich zu übernehmen?
  • Short Strangle — Warum verzichtest du auf die Schutzflügel eines Iron Condors?
  • Covered Call — Bist du bereit, die Aktien beim Call-Strike abzugeben - auch wenn sie danach weiterlaufen?

Rechner zum Begriff

Im Trading-Journal festhalten

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.