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Glossar

Wie viel von einem Optionstrade fressen die Gebühren?

Was gehört zu den Handelskosten?

Handelskosten umfassen Kommissionen, Börsen- und Clearinggebühren, Entgelte für Ausübung und Zuteilung sowie die Geld-Brief-Spanne. Bei mehrbeinigen Strategien fallen sie pro Leg an und damit mehrfach. Payoff-Diagramme und Break-even-Formeln blenden sie üblicherweise aus; in der realen Abrechnung verschieben sie beide Größen spürbar.

Pro Kontrakt und pro Leg

Provisionen und Gebühren für börsengehandelte Optionen können pro Kontrakt berechnet werden, beim Eröffnen wie beim Schließen, und auch Ausübung und Zuteilung können eigene Entgelte auslösen. Rechnet dein Broker so ab, zahlt ein Spread mit zwei Legs beim Einstieg für beide Legs und beim Rückkauf noch einmal für beide, ein Iron Condor jeweils für vier. Wie viel der Trade riskiert, spielt dafür keine Rolle; die Beträge unterscheiden sich von Broker zu Broker, und verbindlich ist das Preisverzeichnis deines Brokers.

Schmal und vierbeinig zahlt am meisten

Ein fester Betrag pro Kontrakt fällt dort am stärksten ins Gewicht, wo der einzelne Kontrakt wenig einbringt. Fünf schmale Spreads können ungefähr so viel riskieren wie ein breiterer. Ausgeführt werden müssen dafür aber zehn Legs beim Einstieg und zehn beim Ausstieg statt zwei und zwei. Ein Iron Condor füllt bei jedem Schritt vier Legs, ein einzelner Spread zwei. Nimmst du Gewinne früh mit, entfallen die Gebühren für den Rückkauf nicht; sie gehen nur von einem kleineren Gewinn ab. Leg die Gebühren deshalb neben den geplanten Gewinn, nicht neben den Maximalverlust.

Gebühren im Rechner berücksichtigen

Credit-Spread- und Iron-Condor-Rechner arbeiten mit dem Credit, den du eingibst, und gehen davon aus, dass alle Legs bis zum Verfall laufen. Ziehst du die Eröffnungsgebühren vorher ab und trägst den Credit als Kurs ein, etwa 1,48 statt 1,50 bei 1 € Gebühr für jedes der beiden Legs, sinkt der Maximalgewinn und steigt der Maximalverlust um genau diese Gebühren, und der Break-even verschiebt sich um denselben Betrag pro Aktie. Was der Rückkauf beider Legs kostet, siehst du dort nicht, denn das geht erst beim Schließen vom Gewinn ab.

Der häufigste Denkfehler

Viele gehen davon aus, dass die Kosten mit dem Risiko wachsen und ein kleiner Trade deshalb auch kleine Gebühren hat. Tatsächlich wachsen sie mit der Zahl der Legs und Kontrakte: Fünf schmale Spreads, die zusammen weniger riskieren als ein breiter, zahlen trotzdem das Fünffache an Gebühren, für beide Legs, beim Einstieg wie beim Ausstieg. Ob Gebühren bei einer Strategie ins Gewicht fallen, hängt deshalb davon ab, wie viele Kontrakte und Legs sie pro Euro geplanten Gewinns braucht. Hinzu kommt bei jedem Fill die Slippage, die eine eigene Seite hat.

Rechenbeispiel

Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.

Angenommen, eine hypothetische Gebühr von 1 € pro Kontrakt und Leg fällt bei jeder Eröffnung und jedem Schließen an, beim wertlosen Verfall dagegen nichts. Ein 95/90er Put Spread für 1,50 € kostet dann 2 € beim Einstieg und 2 € beim Rückkauf. Mit 1,48 statt 1,50 zeigt der Credit-Spread-Rechner 148 € statt 150 € Maximalgewinn, 352 € statt 350 € Maximalverlust und einen Break-even bei 93,52 €. Wird der Spread bei 0,75 € zurückgekauft, schrumpft der geplante Gewinn von 75 € auf 71 €; die Gebühren nehmen also 5,3 % davon.

Fünf 95/94er Put Spreads zu je 0,40 € zahlen 10 € pro Richtung: 190 € statt 200 € Maximalgewinn, 310 € statt 300 € Maximalverlust, und beim Rückkauf zum halben Credit bleiben 80 € statt 100 €, ein Fünftel weniger. Beim Iron Condor 90/95/105/110 für 1,80 € sind es 4 € pro Richtung. Mit 1,76 eingegeben zeigt der Iron-Condor-Rechner 176 € und 324 €, und aus 90 € Gewinn zum halben Credit werden 82 €.

Strategien, in denen der Begriff zählt

  • Short Iron Condor — Ist die erwartete Range wirklich enger als die vom Markt eingepreiste Bewegung?
  • Wheel — Würdest du diese Aktie auch ohne Optionsprämie kaufen und halten?
  • Long Call Butterfly — Hast du ein präzises Kursziel - nicht nur eine Richtung?

Rechner zum Begriff

Im Trading-Journal festhalten

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.