Was ist ein Debit Spread?
Wofür bezahlst du beim Debit Spread?
Ein Debit Spread ist ein Spread, bei dem die gekaufte Option teurer ist als die verkaufte, sodass beim Eröffnen ein Nettodebit anfällt. Der Debit ist der maximale Verlust, der maximale Gewinn die Strike-Breite abzüglich des Debits. Anders als ein Credit Spread braucht er eine tatsächliche Kursbewegung, nicht nur ablaufende Zeit.
Warum du eine zweite Option verkaufst
Am Anfang steht eine ganz normale gekaufte Option. Gegen sie verkaufst du eine zweite desselben Typs, deren Strike weiter vom Kurs entfernt liegt. Die Prämie der verkauften Option deckt einen Teil des Kaufpreises, dein eingesetztes Kapital sinkt entsprechend. Der Preis dafür: Jenseits des zweiten Strikes verdienst du nichts mehr. Du gibst also das Potenzial über diesen Strike hinaus ab und zahlst dafür weniger für die Bewegung bis dorthin. Das lohnt sich, wenn du eine Bewegung bestimmter Größe erwartest und keinen Kurs, der immer weiter läuft.
Debit und Breite bestimmen die Auszahlung
Mehr als den gezahlten Debit kannst du nicht verlieren, und der Gewinn ist auf die Breite abzüglich des Debits begrenzt. Die Gewinnschwelle findest du, indem du den gekauften Strike um den Debit in Richtung des verkauften Strikes verschiebst. Kostet der Spread die Hälfte der Breite, stehen Risiko und Chance eins zu eins. Zahlst du einen kleineren Anteil, wird das Verhältnis besser — meist aber nur, weil der gekaufte Strike weiter vom Kurs entfernt liegt. Dann muss die Aktie erst ein ordentliches Stück zurücklegen, bevor der Spread überhaupt etwas einbringt.
Der häufigste Denkfehler
Oft gilt der Debit Spread als günstigere Variante des Long Calls oder Long Puts, die sich genauso verhält. Das stimmt nicht. Das verkaufte Leg neutralisiert einen großen Teil der Kursempfindlichkeit des gekauften, weshalb der Spread bei viel Restlaufzeit nur langsam an Wert gewinnt — selbst wenn die Aktie in die richtige Richtung läuft. Den Großteil seines Werts erreicht er erst kurz vor dem Verfall. Wer nach einer frühen, günstigen Bewegung glattstellt, nimmt in der Regel nur einen Bruchteil des maximalen Gewinns mit.
Rechenbeispiel
Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.
Die Beispiel-Aktie notiert bei 100 €. Du kaufst den 100er Put und verkaufst den 92er Put mit gleichem Verfall. Netto zahlst du dafür 3 € je Aktie, also 300 € pro Kontrakt. Die Breite beträgt 8 €.
Notiert die Aktie am Verfallstag bei 100 € oder darüber, verfallen beide Puts wertlos, und die 300 € sind verloren. Bei 92 € oder darunter ist der Spread seine volle Breite wert, du verdienst (8 − 3) × 100 = 500 €. Die Gewinnschwelle liegt bei 100 − 3 = 97 €. Unterm Strich setzt du 300 € ein, um 500 € zu gewinnen. Gebühren bleiben außen vor.
Strategien, in denen der Begriff zählt
- Bull Call Spread — Ist K_high ein realistisches Kursziel innerhalb der Laufzeit?
- Bear Put Spread — Ist K_low ein realistisches Abwärtsziel innerhalb der Laufzeit?
- Long Call Diagonal — Liegt der obere Strike oberhalb vom unteren Strike plus gezahltem Debit?
Rechner zum Begriff
Im Trading-Journal festhalten
Verwandte Begriffe
Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.
Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.