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Glossar

Ist meine Optionsorder ein Debit oder ein Credit?

Was bedeuten Debit und Credit?

Ein Debit ist der Nettobetrag, den du beim Eröffnen einer Optionsstrategie bezahlst. Ein Credit ist der Nettobetrag, den du beim Eröffnen erhältst. Der Betrag ist nicht automatisch der Gewinn: Bei Credit-Strategien begrenzt er oft den maximalen Ertrag, bei Debit-Strategien gehört er zum eingesetzten Risiko und muss durch die Marktbewegung verdient werden.

So erkennst du es an der Order

Rechne zusammen, was jedes Leg kostet oder einbringt. Gekaufte Legs kosten Prämie, verkaufte bringen welche ein. Kosten die gekauften mehr, eröffnest du mit einem Netto-Debit und zahlst. Bringen die verkauften mehr, eröffnest du mit einem Credit, und deinem Konto wird Geld gutgeschrieben. Broker zeigen das auf dem Orderticket an, manche mit negativem Preis für Credits. Verlass dich deshalb auf die Bezeichnung, nicht allein auf das Vorzeichen.

Dieselbe Erwartung, zwei Formen

Eine bullische Erwartung lässt sich als vertikaler Spread auf zwei Arten umsetzen. Der Bull Call Spread kauft den tieferen Call und verkauft den höheren — ein Debit. Der Bull Put Spread verkauft den höheren Put und kauft den tieferen — ein Credit. Sind die Preise stimmig, haben beide denselben maximalen Gewinn, denselben maximalen Verlust und denselben Break-even. Anders ist nur, wann Geld fließt: Den Debit zahlst du sofort, den Credit kassierst du sofort und gibst ihn unter Umständen später teilweise zurück.

Was sich trotzdem unterscheidet

Sind die Auszahlungen gleich, entscheiden die Details: welche Strikes beim Einstieg im oder aus dem Geld liegen, bei welchem Leg eine vorzeitige Zuteilung droht, wie breit die Geld-Brief-Spanne jedes Legs ist und was passiert, wenn du bis zum Verfall hältst. Liegt das Short-Leg eines Credit Spreads im Geld, kann es bei amerikanischen Optionen vorzeitig zugeteilt werden. Ein Debit Spread aus dem Geld verfällt dagegen schlicht wertlos, wenn die Bewegung ausbleibt.

Der häufigste Denkfehler

Ein Credit wird oft als verdientes Geld verbucht. Tatsächlich steht ihm eine Verpflichtung gegenüber: Bis die Position geschlossen oder verfallen ist, ist der Credit nur das Maximum, das du behalten kannst, und beim Rückkauf geht meist ein Teil davon wieder weg. Ein Debit ist umgekehrt kein Verlust, sondern beim Debit Spread das Höchste, was du verlieren kannst. Bewerte beide nach dem Auszahlungsprofil, nicht danach, in welche Richtung am ersten Tag Geld geflossen ist.

Rechenbeispiel

Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Veranschaulichung. Sie sind weder ein Kurs noch eine Empfehlung.

Die Beispiel-Aktie notiert bei 100 €. Bull Call Spread: 100er Call kaufen, 105er Call verkaufen, Netto-Debit 2,00 €. Bull Put Spread: 105er Put verkaufen, 100er Put kaufen, Netto-Credit 3,00 €. Beide bringen höchstens 300 € pro Kontrakt ((5 − 2) × 100 bzw. 3 × 100), beide verlieren höchstens 200 €, und bei beiden liegt der Break-even bei 102 €.

Das gilt, wenn die Preise der Put-Call-Parität entsprechen, ohne Dividenden und ohne Zinsen, und bei amerikanischen Optionen nur annähernd. Gebühren bleiben außen vor.

Strategien, in denen der Begriff zählt

  • Bull Put Spread — Willst du einen Credit gegen eine Verpflichtung - oder lieber einen Debit zahlen?
  • Bear Call Spread — Wie weit liegt der untere Strike außerhalb der erwarteten Bewegung bis zum Verfall?
  • Long Straddle — Muss die Bewegung größer sein als die vom Markt bereits eingepreiste?

Rechner zum Begriff

Im Trading-Journal festhalten

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.