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Glossar

Was ist die Gewinnwahrscheinlichkeit (PoP)?

Wie belastbar ist die angezeigte PoP?

Die Gewinnwahrscheinlichkeit, in Handelsplattformen meist als Probability of Profit oder PoP ausgewiesen, schätzt, wie wahrscheinlich eine Position am Verfall im Plus steht. Sie stammt aus einem Modell mit Annahmen über die Kursverteilung. Eine hohe Wahrscheinlichkeit sagt nichts darüber, wie groß der Verlust im ungünstigen Fall ausfällt.

Woher die Zahl kommt

Die Plattform bewertet die Position über ein Modell, meist mit der aktuellen impliziten Volatilität, und ermittelt den Anteil der Kursszenarien, in denen sie am Verfall im Plus steht. Manche Broker zeigen stattdessen die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs den Break-even zwischenzeitlich nie berührt — dieselbe Beschriftung, eine deutlich andere Rechnung.

Welche Variante deine Plattform anzeigt, steht meist in der Dokumentation und selten auf dem Bildschirm. Der Unterschied ist erheblich: Die Wahrscheinlichkeit, den Break-even nie zu berühren, liegt immer unter der Wahrscheinlichkeit, am Verfall darüber zu stehen.

Was sie sagt und was nicht

Eine PoP von 80 Prozent beschreibt eine Trefferquote, keine Rendite. Bei Credit-Strategien gehören hohe Trefferquoten und ein ungünstiges Chance-Risiko-Verhältnis zusammen: Der maximale Gewinn ist der Credit, der maximale Verlust ein Vielfaches davon. Erst beide Zahlen zusammen sagen etwas darüber, wie sich eine Serie solcher Trades über viele Wiederholungen entwickelt.

Deshalb ist der Vergleich zweier Strategien allein über die PoP wertlos. Ein Long Call mit 35 Prozent und ein Credit Spread mit 80 Prozent können denselben Erwartungswert haben; sie unterscheiden sich darin, wie oft und wie hart sie verlieren.

Der häufigste Denkfehler

Die Zahl übernimmt jede Annahme des Modells, auch die über die Kursverteilung — und die unterschätzt seltene große Sprünge. Sie gilt außerdem für das Halten bis zum Verfall; wer vorher schließt, handelt eine andere Verteilung. Und sie beschreibt immer einen einzelnen Trade, nie das Risiko mehrerer gleichgerichteter Positionen im Depot.

Strategien, in denen der Begriff zählt

  • Bull Put Spread — Willst du einen Credit gegen eine Verpflichtung - oder lieber einen Debit zahlen?
  • Short Iron Condor — Ist die erwartete Range wirklich enger als die vom Markt eingepreiste Bewegung?
  • Cash-Secured Put — Wäre der Strike auch nach einem 30%-Absturz noch ein Preis, den du zahlen willst?

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe im Überblick findest du im Options-Glossar.

Diese Inhalte sind allgemeine Information zu Optionsstrategien und richten sich an einen unbestimmten Personenkreis. Sie sind keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Finanzanalyse. Optionsgeschäfte können zum Totalverlust und bei ungedeckten Positionen zu Verlusten über den Einsatz hinaus führen. Angaben zu steuerlichen Themen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Stand: 2026-08-06.