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Vom Broker importieren
Anwendungsgrundlagen

Schluss mit dem Abtippen jeder Ausführung. Hol deine echte Historie rein.

Wenn du über Interactive Brokers handelst – oder über einen Broker, der auf der IB-Plattform läuft, etwa CapTrader, LYNX, Estably oder WH-SelfInvest – musst du nicht monatelange Ausführungen von Hand erfassen. MindTrajour liest die Exporte, die IB erzeugt, und rekonstruiert daraus deine Trades.

Es gibt zwei Wege, deine Historie zu importieren:

  • CSV-Upload – exportiere eine Datei aus dem Client Portal und lade sie einmal hoch.
  • FlexQuery-Verbindung – verbinde den IB Flex Web Service einmal und synchronisiere danach jederzeit mit einem Klick.

Beide Wege nutzen dieselbe Engine: Einzelne Ausführungen werden zu Trades gruppiert, mehrbeinige Strategien werden erkannt, wenn sie eindeutig sind, und ein Roll wird als zwei Trades erfasst (ein Close und ein Open), damit deine Statistik realisierte Ergebnisse widerspiegelt. Was sich nicht sauber zuordnen lässt, bleibt als schreibgeschützte Historienzeile erhalten – so bleibt deine Jahresperformance vollständig.

Variante 1 – CSV hochladen

Der Import versteht die gängigen Client-Portal-Exporte, auf Deutsch oder Englisch:

  • Activity-Flex-Query- oder Trade-Confirmation-Flex-Query-Exporte (flache CSV mit einer Zeile pro Ausführung) sowie
  • vollständige Kontoauszüge (der mehrteilige Activity-Statement-Download).
  1. Gehe im Client Portal deines Brokers zu Performance & Reports → Statements und öffne das Activity Statement. Setze den Zeitraum auf Custom Date Range, wähle From- und To-Datum, lass das Multi-Account Format auf All-in-One Summary und klicke auf Download CSV. (Ein Flex-Query-CSV-Export funktioniert ebenfalls – wähle dort alle verfügbaren Spalten aus; der Import liest, was er braucht, und ignoriert den Rest.)
  2. Öffne in MindTrajour Alle Trades und klicke auf Vom Broker importieren.
  3. Lege die Datei ab. Du siehst eine Vorschau jedes rekonstruierten Trades, seiner erkannten Strategie (oder „nicht unterstützt") und welche Zeilen neu bzw. bereits importiert sind.
  4. Hake die gewünschten Trades an (alles Neue und Importierbare ist vorausgewählt, bereits importierte sind abgewählt) und bestätige. Ein erneuter Import derselben Datei ist sicher – Duplikate werden automatisch übersprungen.

Performance & Reports → Statements → Activity Statement mit Custom Date Range → Download CSV → in MindTrajour vom Broker importieren

Variante 2 – FlexQuery verbinden (Sync auf Knopfdruck)

Über den IB Flex Web Service holt MindTrajour deine Auszüge direkt ab, sodass du nicht jedes Mal eine Datei exportieren musst. Beide Query-Typen funktionieren; für den Import der Historie empfehlen wir eine Activity Flex Query – sie kann bis zu ein Jahr abdecken, während eine Trade Confirmation Flex Query nur einen kurzen Zeitraum umfasst (z. B. „heute").

Flex Query erstellen

  1. Gehe im Client Portal zu Performance & Reports → Flex Queries.
  2. Klicke neben Activity Flex Query auf das + (Erstellen) und vergib einen Namen wie MindTrajour.
  3. Klicke unter Sections auf Trades. Setze im Dialog die Options auf Execution (eine Zeile pro Ausführung – genau das erwartet der Import), wähle bei den Feldern Select All und klicke auf Save.
  4. Setze unter Delivery Configuration den Zeitraum auf Last 365 Calendar Days. Lass alles andere unverändert (Format XML, Datumsformat yyyyMMdd, Zeitformat HHmmss).
  5. Klicke auf Continue, prüfe die Zusammenfassung im Review-Screen und klicke auf Create.
  6. Klicke zurück in der Flex-Queries-Liste auf das neben deiner neuen Query und kopiere die Query-ID.

Flex Web Service aktivieren und Token holen

  1. Klicke auf derselben Flex-Queries-Seite auf das Zahnrad neben Flex Web Service Configuration.
  2. Aktiviere den Flex Web Service Status, kopiere das erzeugte Current Token (es ist ein Jahr gültig) und klicke auf Save.

In MindTrajour verbinden

  1. Öffne Alle Trades → Auto-Sync (FlexQuery), füge Token und Query-ID ein und klicke auf Verbinden.
  2. Klicke auf Jetzt synchronisieren, prüfe die rekonstruierten Trades in der Vorschau, hake die gewünschten an und importiere.

Performance & Reports → Flex Queries → Activity-Query mit Trades (Execution, alle Felder) erstellen, Zeitraum Last 365 Calendar Days, Web Service aktivieren, Query-ID und Token kopieren, in MindTrajour verbinden und synchronisieren

Dein Token wird sicher gespeichert und nach dem Speichern nie wieder angezeigt. Activity-Flex-Query-Daten sind End-of-Day: Eine heutige Ausführung landet über Nacht im IB-Auszug und erscheint daher erst beim Sync am nächsten Tag. Anfragen sind sanft rate-limitiert – Sync dient also dem Aufholen, nicht dem Live-Streaming. Und es wird nichts gespeichert, bevor du die Vorschau bestätigst – der Sync erstellt niemals stillschweigend Trades.

Sollen auch Kommissionen und Gebühren importiert werden? Nutze die oben beschriebene Activity Flex Query und nimm die Kommissionsfelder auf. Activity-Daten sind die verlässliche Quelle, sobald IB die Gebühren finalisiert hat. Trade-Confirmation-Daten können eine Kommission als fehlend, 0 oder noch nicht finalisiert melden und sollten daher nicht als verbindliche Gebührenquelle dienen. Die Prämie selbst wird aus beiden Query-Typen korrekt importiert.

Der Zeitraum von 365 Tagen ist ein rollierendes Limit: Er gilt bereits vor dem Tag, an dem du MindTrajour verbindest, nicht nur für zukünftige Syncs. Wenn du ältere Historie brauchst, importiere zuerst einen mehrjährigen Activity-Statement-CSV-Export und nutze FlexQuery danach für laufende Aktualisierungen. Die Vorschau zeigt die von IB gemeldeten exakten Abdeckungsdaten und warnt, wenn Schließungsaktivität darauf hindeutet, dass eine Eröffnung außerhalb dieses Fensters liegt.

Erneutes Synchronisieren hält bestehende Trades aktuell

Auszugszeiträume überlappen sich – das ist völlig in Ordnung und so gedacht. Bei jedem erneuten Import oder Sync werden die neuen Daten mit deinem Journal abgeglichen:

  • Bereits importierte, unveränderte Trades landen im eingeklappten Bereich „Bereits hinzugefügt" und werden übersprungen. (Bei Bedarf kannst du von dort weiterhin bewusst eine Kopie importieren.)
  • Ein als offen importierter Trade, der beim Broker inzwischen geschlossen wurde, wird als Update angeboten: Die Vorschau markiert ihn mit einem Update-Badge, vorausgewählt. Beim Bestätigen wird der echte Ausstieg zu deinem bestehenden Trade hinzugefügt – derselbe Trade, dieselben Notizen und Tags, jetzt geschlossen mit den tatsächlichen Exit-Daten des Brokers.
  • Eine Schließung, deren Eröffnung älter als das FlexQuery-Fenster ist, wird ebenfalls als Update angeboten, wenn genau ein importierter Trade im ausgewählten Konto sicher passt. Bevorzugt werden der vom Broker gemeldete exakte Eröffnungszeitpunkt und die vollständige Kontraktsignatur; der konservative Fallback prüft zusätzlich Richtung, Währung, Multiplikator und Menge. Mehrdeutige, teilweise oder nicht unterstützte Schließungen bleiben als „Nicht zugeordnete Schließung“ in der Vorschau und werden niemals als neue Gegenposition angelegt.
  • Von Hand bearbeitete Trades (geänderter Einstieg, zusätzliche Orders, …) werden als Geändert markiert und nicht angefasst – ein erneuter Import überschreibt niemals deine manuelle Arbeit.

Die sichere Routine lautet daher: die vollständige Historie einmal per CSV importieren, häufig synchronisieren und die Vorschau bestätigen.

Bundle-Vorschläge: Rolls, Wheels und Covered Calls

Der Import erkennt außerdem Trades, die zusammengehören, und bietet an, sie direkt zu gruppieren:

  • Roll-Ketten – eine Position, die am selben Tag geschlossen und zu neuem Strike oder Verfall wieder eröffnet wurde, wird als ein Bundle pro Kette vorgeschlagen, egal wie oft du gerollt hast.
  • Wheel-Zyklen – ein angedienter Short Put samt der Aktienposition und den darauf geschriebenen Covered Calls wird als ein Wheel-Bundle vorgeschlagen. Assignment, Ausübung und Verfall werden direkt aus den Ausführungscodes deines Brokers gelesen.
  • Covered Calls – Short Calls, die geschrieben wurden, während du die zugrunde liegenden Aktien hältst, werden mit der Aktienposition gepaart.

Die Vorschläge erscheinen am Ende der Vorschau mit ihren zugehörigen Trades, vorausgewählt. Wähle ab, was du nicht möchtest – akzeptierte Vorschläge werden zu ganz normalen Trade Bundles, die du jederzeit umbenennen, erweitern oder auflösen kannst.

Mit mehreren Handelskonten arbeiten

Jede FlexQuery-Verbindung ist an das MindTrajour-Handelskonto gebunden, das beim Verbinden ausgewählt ist. Wechsle das Handelskonto und du kannst für jedes Konto eine eigene Query-ID samt Token hinterlegen – oder eine bestehende Verbindung von einem anderen Konto kopieren, wenn beide Konten dieselben IB-Zugangsdaten nutzen. Alle Broker-Verbindungen findest du unter Konto → Broker-Verbindungen, wo du sie auch trennen kannst.

Welche Broker werden abgedeckt?

Alle Broker, die auf der Interactive-Brokers-Plattform laufen. Beispiele: Interactive Brokers, CapTrader, LYNX, Estably und WH-SelfInvest. Sie teilen sich dasselbe Client Portal und dieselben Exportformate, sodass eine Integration alle abdeckt.

Was importiert wird

  • Einzelbeinige Calls und Puts, Verticals, Calendars, Diagonals und andere eindeutige Strategien werden zu einem vollständigen MindTrajour-Trade, den du öffnen und bearbeiten kannst.
  • Aktien-Trades werden als Long-/Short-Positionen rekonstruiert (mit durchschnittlichem Ein-/Ausstiegspreis), wenn der Aktienhandel für dein Konto aktiviert ist.
  • Rolls werden zu zwei Trades – dem schließenden Trade und dem neuen eröffnenden Trade – und Roll-Ketten am selben Tag werden als fertiger Bundle-Vorschlag angeboten.
  • Kontrakt-Multiplikatoren werden aus deinem Export gelesen, sodass Mini- und Index-Optionen mit abweichendem Multiplikator mit korrekter Prämie importiert werden. (Nennt ein Export keinen Multiplikator, wird der Standard von 100 angenommen.)
  • Fills in Fremdwährung werden automatisch in USD umgerechnet – mit dem Tageskurs des jeweiligen Handelstags. Die Vorschau zeigt dir, welche Währungen umgerechnet wurden; sollte einmal kein Kurs verfügbar sein, behalten diese Beträge die Originalwerte deines Brokers.
  • Alles Mehrdeutige oder nicht Unterstützte wird in der Vorschau als „nicht unterstützt" angezeigt und nicht importiert – so wird nichts angelegt, das wir nicht korrekt abbilden können.

Ein paar aktuelle Einschränkungen, die du kennen solltest:

  • Komplexe Multi-Verfall-Strukturen mit mehr als zwei Legs (z. B. Double Calendars) werden weiterhin nach Verfall aufgeteilt und können als separate Trades ankommen.
  • Exotische Strategien, die keinem bekannten Leg-Muster entsprechen, bleiben schreibgeschützte Historienzeilen statt bearbeitbarer Trades.

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