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Ratgeber

So erfasst du einen Options-Roll in deinem Journal

Hinter jedem Roll stecken zwei Trades: Du schließt die laufende Position und eröffnest eine neue mit späterem Verfall oder anderen Strikes. MindTrajour erfasst beides in einem Dialog, legt die Trades zusammen in ein Bundle und zeigt dir die realisierte G&V der gesamten Kampagne. Hier findest du den Ablauf im Dialog, die Vorzeichen in der Roll-Zusammenfassung und zwei durchgerechnete Beispiele.

Eine Position in der App rollen

  1. Alle Trades öffnen

    Öffne Alle Trades und such dir den aktiven Options-Trade heraus, den du anpassen willst. Rollen lassen sich nur offene Options-Trades – bei einem geschlossenen Trade gibt es nichts mehr zu rollen.

  2. „Position rollen“ wählen

    Klick mit der rechten Maustaste auf den Trade und wähl Position rollen. Hast du den Trade schon geöffnet, findest du oben in der Trade-Ansicht einen Button Position rollen, der denselben Dialog öffnet.

  3. Schließungsdatum eintragen

    Trag unter Aktuelle Position schließen den Tag ein, an dem du die alte Position geschlossen hast. Er darf nicht nach dem Einstiegsdatum der neuen Position liegen.

  4. Schließungsprämie eintragen

    Gib ein, was du für das Schließen bezahlt oder bekommen hast – als Gesamtbetrag über alle Legs und Kontrakte, genau wie bei jeder anderen Prämie. Zahlen oder Erhalten wählst du hier nicht aus: Die Richtung ist durch deine Position bestimmt. Wurde die Position mit einem Credit eröffnet, zahlst du beim Schließen; wurde sie mit einem Debit eröffnet, bekommst du Geld zurück.

  5. Ordergebühr prüfen

    Als Ordergebühr steht zunächst die Gebühr des ursprünglichen Einstiegs drin. Ersetz sie durch das, was dein Broker für die Schließungsorder tatsächlich berechnet hat.

  6. Neue Daten festlegen

    Wähl unter Neue Position eröffnen das Einstiegsdatum und das neue Verfallsdatum. Alle Legs bekommen dieses eine Verfallsdatum, und es darf nicht vor dem neuen Einstiegsdatum liegen.

  7. Strikes anpassen

    Unter Strike-Anpassungen siehst du für jedes Leg den alten Strike und daneben ein Feld für den neuen. Ändere die Legs, die du verschiebst. Behältst du das Verfallsdatum bei, muss sich mindestens ein Strike ändern – sonst wäre es kein Roll.

  8. Prämie, Menge und Gebühr eintragen

    Gib die Prämie der neuen Position als Gesamtbetrag ein und prüf die Menge: Sie startet mit der ursprünglichen Kontraktzahl, du kannst sie aber ändern. Danach noch Ordergebühr und Aktienkurs zum Zeitpunkt des Rolls eintragen.

  9. Zusammenfassung prüfen und rollen

    Die Roll-Zusammenfassung zeigt dir die Schließungsprämie und die neue Prämie mit Vorzeichen, die Menge und das Ergebnis als Netto-Credit oder Netto-Debit. Passt alles zu deiner Broker-Abrechnung, klick auf Position rollen.

Warum ein Roll zwei Trades und eine Kampagne ist

Beim Broker ist ein Roll oft eine einzige Kombi-Order. Wirtschaftlich passiert aber zweierlei: Die alte Position endet zu einem bestimmten Preis, und eine neue beginnt – mit eigenem Verfall, eigenen Strikes und eigener Prämie. Beide Hälften haben ihr eigenes Ergebnis. Schiebst du beim alten Trade nur das Verfallsdatum nach hinten, verschwinden die Rückkaufkosten, und Trefferquote und G&V passen nicht mehr zu deinem Konto.

MindTrajour hält beide Hälften getrennt und trotzdem zusammen. Der ursprüngliche Trade bekommt seine Schließungsorder und ist damit geschlossen, sein realisiertes Ergebnis fließt in deine Statistik ein. Der neue Trade ist ein ganz normaler offener Trade. Beide landen in einem Bundle, sodass sich die Kampagne vom ersten Einstieg bis zum letzten Ausstieg weiter als eine Geschichte lesen lässt.

Was gleich bleibt und was sich ändert

Ein Roll setzt dieselbe Position fort. Deshalb kannst du im Dialog nur das ändern, was sich bei einem Roll auch ändern kann.

  • Übernommen: Basiswert, Strategie, Währung, Handelskonto sowie Optionstyp und Seite (Kauf oder Verkauf) jedes Legs.
  • Neu beim neuen Trade: Strikes, ein gemeinsames Verfallsdatum für alle Legs, Menge, Prämie, Ordergebühren und Aktienkurs.
  • Kopiert werden die Tags des ursprünglichen Trades.
  • Nicht kopiert werden Notizen, Emotionen und Checklisten-Antworten. Das Journal des neuen Trades ist leer – dort hältst du fest, warum du gerollt hast, nicht warum du ursprünglich eingestiegen bist.

Beide Trades kommen in ein Bundle, das nach Ticker und Strategie benannt ist und auf „Roll“ endet, zum Beispiel „XYZ Short Put Roll“. Steckt der ursprüngliche Trade schon in einem Bundle, etwa von einem früheren Roll, wandert der neue Trade in genau dieses Bundle. Schlägt das Schließen des ursprünglichen Trades fehl, werden der neue Trade und ein neu angelegtes Bundle wieder entfernt – ein gescheiterter Roll hinterlässt also keine halben Sachen. Eine Verfallserinnerung für die alte Position verschwindet, weil es diese Position nicht mehr gibt.

Credit-Roll oder Debit-Roll: die Vorzeichen lesen

Prämien führt MindTrajour als Gesamtbeträge mit Vorzeichen: Was du bekommst, ist positiv, was du zahlst, negativ. Im Roll-Dialog tippst du beide Prämien ohne Vorzeichen ein, und die App leitet sie aus dem ursprünglichen Einstieg ab:

  • Die neue Prämie übernimmt das Vorzeichen des ursprünglichen Einstiegs. Wer mit Credit eröffnet hat, eröffnet auch die neue Position mit Credit.
  • Die Schließungsprämie bekommt das umgekehrte Vorzeichen. Eine Credit-Position zurückzukaufen kostet Geld, eine Debit-Position zu verkaufen bringt Geld.
  • Netto = Schließungsprämie + neue Prämie. Ein positives Ergebnis erscheint als Netto-Credit, ein negatives als Netto-Debit.
  • Prämien gelten immer für die ganze Position, nie pro Kontrakt. Das Netto wird deshalb nicht noch einmal mit der Menge multipliziert.

Wer Prämie verkauft, rollt meist auf Credit: Du kaufst einen Short Put zurück, der gegen dich gelaufen ist, und verkaufst einen späteren für mehr, als der Rückkauf gekostet hat. Ein Debit-Roll kostet Geld, zum Beispiel wenn du einen Long Call auf einen späteren Verfall schiebst, um Zeit zu gewinnen. Ob der Roll eine gute Entscheidung war, verrät keines der beiden Etiketten. Sie zeigen nur, in welche Richtung das Geld geflossen ist.

So zeigt das Bundle die G&V der Kampagne

In Alle Trades rechnet die Bundle-Zeile ihre Mitglieder zusammen. Die realisierte G&V ist die Summe der Netto-G&V aller geschlossenen Trades im Bundle, Gebühren inklusive. Ein Options-Trade, der noch offen ist, trägt nichts zur realisierten G&V bei, bis du ihn schließt. Einen unrealisierten Betrag zeigen im Bundle nur offene Aktienpositionen, etwa Aktien aus einer Andienung.

Deshalb kann ein Bundle direkt nach einem Credit-Roll im Minus stehen: Der Rückkauf ist auf dem ursprünglichen Trade realisiert, die Prämie des neuen Trades zählt erst, wenn auch dieser geschlossen ist. Das Beispiel weiter unten zeigt genau das – und wie die Kampagne ins Plus dreht, sobald die neue Position geschlossen wird.

Rolls aus dem Import von Interactive Brokers

Importierst du per CSV oder FlexQuery von Interactive Brokers, kommt ein Roll genauso an: als schließender Trade und als neuer eröffnender Trade. Den Roll-Dialog brauchst du dafür nicht. Wird eine Position am selben Tag geschlossen und mit gleicher Leg-Struktur wieder eröffnet (gleiche Optionstypen, Seiten und Mengen je Leg), schlägt die Import-Vorschau die ganze Kette als ein Bundle vor – egal, wie oft du gerollt hast.

Einen Vorschlag, den du nicht willst, wählst du einfach ab. Übernommene Vorschläge werden zu ganz normalen Bundles, die du später umbenennen, erweitern oder auflösen kannst, genau wie die aus dem Roll-Dialog.

Gewohnheiten, mit denen Rolls nachvollziehbar bleiben

  • Erfass den Roll noch am selben Tag, solange du den Grund im Kopf hast, und schreib ihn in die Notizen des neuen Trades.
  • Trag die Gebühren ein, die dein Broker wirklich berechnet hat, statt die Vorgabe stehen zu lassen. Dann stimmt die realisierte G&V des Bundles mit deiner Abrechnung überein.
  • Bewerte eine verteidigte Position am Bundle, nicht an einzelnen Trades. Die Frage ist, ob sich die ganze Kampagne gelohnt hat – nicht nur das letzte Leg.

Beispiel

Durchgerechnet: ein Credit-Roll und ein Debit-Roll

Zwei erfundene Positionen auf den Platzhalter-Basiswert XYZ, mit derselben Ordergebühr bei jeder Order. Zuerst ein Short Put, der auf Credit gerollt und später geschlossen wird, danach eine Long-Position, die auf Debit gerollt wird.

Erfundene Zahlen, keine Empfehlung.

Credit-Roll: deine Eingaben im Dialog
Einstiegsprämie des ursprünglichen Short Puts+120,00 $
Schließungsprämie (Rückkauf)180,00 $
Prämie des neuen Puts260,00 $
Ordergebühr je Order0,65 $
Credit-Roll: die Roll-Zusammenfassung
Schließungsprämie-180,00 $
Prämie+260,00 $
Netto-Credit+80,00 $
Credit-Roll: realisierte G&V des Bundles
Ursprünglicher Trade, Netto-G&V nach beiden Gebühren-61,30 $
Neuer Trade, solange offen: Beitrag zur realisierten G&V0,00 $
Realisierte G&V des Bundles direkt nach dem Roll-61,30 $
Neuer Put später zurückgekauft, Schließungsprämie-40,00 $
Neuer Trade, Netto-G&V nach beiden Gebühren+218,70 $
Realisierte G&V des Bundles, beide Trades geschlossen+157,40 $
Debit-Roll: deine Eingaben im Dialog
Einstiegsprämie der ursprünglichen Long-Position-300,00 $
Schließungsprämie (Verkauf)150,00 $
Prämie der neuen Position420,00 $
Debit-Roll: die Roll-Zusammenfassung
Schließungsprämie+150,00 $
Prämie-420,00 $
Netto-Debit-270,00 $

So sieht es in der App aus

Rolls, Verfall und AndienungEin Put, der in einem Dialog nach oben und hinten gerollt wird, eine Andienung, die als Aktien gebucht wird, und ein Wheel als eine Kampagne. Demo-Konto, Beispieldaten.

Jeder Roll, jede Ausführung, jede Gebühr in einem Journal

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